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Die Linke gedenkt dem Opfer und fordert verstärkte Präventionsarbeit

Laut einer Mitteilung der Bremerhavener Polizei wurde am 06. September eine 33-jährige Frau nach durch ihren 34-Jährigen Ehemann getötet. Der Täter wurde noch vor Ort überwältigt und festgenommen. 

Die Linke Bremen und Bremerhaven reagiert mit tiefem Entsetzen und großer Trauer auf diese Berichte. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen des Opfers. 

Zu diesem Vorfall erklärt Mercedes Dargatz, Kreissprecherin der Linken Bremerhaven: „Diese schreckliche Tat zeigt uns auf die grausamste Art und Weise, dass Gewalt gegen Frauen kein abstraktes Problem ist. Es handelt sich hier um einen Femizid und wir müssen aufhören, solche Taten als Beziehungsdramen zu verharmlosen. Denn Gewalttaten gegen Frauen sind keine Einzelfälle, sondern ein strukturelles Problem. In Bremerhaven gab es alleine im Jahr 2025 656 Fälle von partnerschaftlicher Gewalt. Rund 80 Prozent der von Partnerschaftsgewalt Betroffenen Opfer waren dabei Frauen. Was uns besonders wütend macht, ist das beharrliche politische Versagen zum Schutz von Frauen und Kindern in dieser Stadt. Die Istanbul-Konvention muss umgesetzt werden- doch der Magistrat der Stadt Bremerhaven drückt sich seit Jahren vor seiner direkten Verantwortung. Der Ausbau des einzigen Frauenhauses von 17 auf 30 Betten ist seit weit über einem Jahr beschlossene Sache. Doch der Magistrat hat die Umsetzung und Finanzierung im Haushalt  verschleppt. Die Quittung für diese Blockadepolitik ist dramatisch. Allein im Frühjahr mussten 14 akut bedrohte Frauen und ihre Kinder, insgesamt 36 Schutzsuchende, wegen akuten Platzmangels weggewiesen werden. Besonders verheerend ist, dass die Bedürfnisse der betroffenen Kinder in den Schutz-Wohnungen komplett unter den Tisch fallen. Es fehlen flächendeckend kindgerechte Einflüsse und sichere Plätze.“ Dargatz bekräftigt: „Wir fordern vom Magistrat ein finanziell lückenlos abgesichertes Schutzangebot für Betroffene, Maßnahmen zur Prävention von Täterschaft und endlich Taten statt leerer Worte.“

Dazu erklärt Sofia Heuser, stellvertretende Landessprecherin der Linken Bremen:

„Femizide sind die extremste Form patriarchaler Gewalt. Sie stehen nicht für sich allein: Die hohen Zahlen von Partnerschaftsgewalt in Bremen und Bremerhaven zeigen, wie verbreitet Gewalt gegen Frauen weiterhin ist. Wir brauchen stärkeren Schutz und mehr Prävention, sowie auch eine gesellschaftliche Veränderung, die patriarchale Strukturen und Gewalt grundsätzlich zurückdrängt.

Gleichzeitig nimmt der Antifeminismus zu. Er stellt erkämpfte Rechte infrage, richtet sich gegen die Selbstbestimmung von Frauen und queeren Menschen und propagiert autoritäre Geschlechterrollen. Dagegen müssen wir uns entschieden wehren. Als Linke stehen wir für eine Gesellschaft, in der Menschen unabhängig von Geschlecht und sexueller Identität frei und selbstbestimmt leben können.

Deshalb begrüßen wir, dass bereits gestern in Bremerhaven eine Gedenkkundgebung anlässlich des Femizids stattgefunden hat und heute auch in Bremen gemeinsam ein Zeichen gesetzt wird. Lasst uns dort zusammenkommen, gemeinsam trauern und für eine Gesellschaft kämpfen, in der patriarchale Gewalt keinen Platz hat.“

Gedenkkundgebung in Bremen am 8.10. um 17.30 Uhr am Präsident Kennedy Platz.

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