Vier Jahre nach der Ermordung von Jina Mahsa Amini: Für Frau, Leben, Freiheit
Die Linke Bremen schließt sich Aufruf zur Gedenkkundgebung an
Am 16. September 2022 wurde die 22-jährige Kurdin Jina Mahsa Amini im Iran von der sogenannten Sittenpolizei festgenommen. Wenige Tage später starb sie in staatlichem Gewahrsam. Ihr Tod löste die revolutionäre Bewegung „Jin, Jiyan, Azadî“, „Frau, Leben, Freiheit“, aus. Menschen im Iran gingen zu Tausenden auf die Straße und stellten sich gegen die patriarchale Unterdrückung, staatliche Gewalt und die Kontrolle über das Leben und den Körper von Frauen.
Vier Jahre später ist Jina Mahsa Amini unvergessen. Ihr Name steht für eine Bewegung, die mit großer Entschlossenheit für Freiheit, Selbstbestimmung und ein Leben ohne patriarchale Gewalt kämpft. Die Repression des iranischen Regimes gegen Aktivist*innen, Frauen und queere Menschen hält an. Umso wichtiger ist es, den Widerstand sichtbar zu halten und internationale Solidarität zu zeigen.
Die Situation im Iran ist dabei nicht mit der Situation in Deutschland gleichzusetzen. Das islamistische Regime im Iran setzt Frauenrechte und körperliche Selbstbestimmung mit staatlicher Gewalt außer Kraft. Dennoch gibt es eine gemeinsame politische Schnittmenge: Körperliche Selbstbestimmung, Frauenrechte und queere Rechte sind ein politisches Kampffeld. Überall dort, wo diese Rechte angegriffen werden, braucht es feministischen und solidarischen Widerstand.
Auch in Deutschland sind Rechte Kräfte so stark wie lange nicht. Patriarchale Gewalt nimmt weiter zu und antifeministische Rollenbilder werden zunehmend salonfähig. Gleichzeitig greifen unterschiedliche fundamentalistische und antifeministische Strömungen die Selbstbestimmung von Frauen und queeren Menschen an. Dazu gehören auch islamistische Kräfte ebenso wie christliche Fundamentalisten, die gegen sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung, Gleichstellung und queere Rechte mobilisieren.
Sofia Heuser, gleichstellungspolitische Sprecherin der Linken Bremen, erklärt:
„Von Jina Mahsa Amini und der Bewegung ‚Jin, Jiyan, Azadî‘ können wir auch hier sehr viel lernen. Die Situation im Iran ist nicht mit der in Deutschland vergleichbar. Aber die Verteidigung von körperlicher Selbstbestimmung, Frauenrechten und queeren Rechten ist auch hier ein politisches Kampffeld. Deshalb müssen wir kollektiv widerständig sein gegen alle, die diese Freiheit angreifen: gegen Islamisten und andere religiöse Fundamentalisten, gegen Antifeministen, Rechte und Faschisten. Unsere Solidarität mit den Menschen im Iran und unser Kampf für Selbstbestimmung hier gehören für mich zusammen.“
Vier Jahre nach der Ermordung von Jina Mahsa Amini ruft die Linke Bremen gemeinsam mit dem Bremer Bündnis für (queer-)feministische Frauenkämpfe dazu auf, ihrer zu gedenken und ein Zeichen für Freiheit, Selbstbestimmung und internationale Solidarität zu setzen.
Mittwoch, 16. September 2026, 17.30 Uhr
Marktplatz Bremen
Jin, Jiyan, Azadî. Frau, Leben, Freiheit.
