Zocken auf Rezept?! Linke Bremen verurteilt verzockte Investments von Krankenkassen und fordert Aufklärung
Heute ist durch Recherchen von SZ, WDR und NDR bekannt geworden, dass auch die AOK Bremen mit den Beiträgen ihrer Mitglieder in hochrisikoreiche Immobilienfonds investiert hat und dabei mutmaßlich für hohe Verluste gesorgt hat. Darüber hinaus hat auch die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KV HB) in die Immobilienfonds investiert.
Anna Fischer, Landessprecherin der Linken Bremen und Bremerhaven kommentiert den Vorgang:
„Es ist ein Skandal, dass die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung mit den Beiträgen ihrer Mitglieder Casino gespielt und diese bei Investments in Hochrisiko-Immobilienfonds verzockt haben! Darüber hinaus ist fraglich, ob das überhaupt legal war. Nach den massiven Kürzungen der Bundesregierung an den Gesundheitsleistungen ist dies für Versicherte jetzt ein weiterer Schlag ins Gesicht. In Bremen steht jetzt vor allem die AOK in der Pflicht, für Aufklärung zu sorgen und vor allem die Frage zu beantworten, was der Finanzierungsausfall konkret für die Versicherten und ihre Gesundheitsversorgung bedeutet.“
Dmitri Zelenin, gesundheitspolitischer Sprecher der Linken Bremen und Bremerhaven, ergänzt:
„Dieser Fall zeigt einmal mehr: Mitgliedsbeiträge von Krankenkassen haben am Kapitalmarkt nichts zu suchen, erst recht nicht in riskanten Immobilienfonds. Genau deshalb lehnen wir auch die Forderung nach mehr Kapitalmarkt in der gesetzlichen Rente entschieden ab. Eine sichere Versorgung ist finanzierbar – aber nicht durch Zockerei und Kürzungspolitik, sondern durch eine Krankenversicherung, in die endlich alle Einkommensarten einzahlen. Solange sich Wohlhabende aus der solidarischen Finanzierung herausziehen können, bleibt das System strukturell unterfinanziert."
