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Strohmanns Wahlkampfparolen gehen an der Realität Gröpelingens vorbei

Zu den im Weser-Kurier vom 30. Juli 2026 veröffentlichten Äußerungen des Bremer CDU-Landesvorsitzenden und Gröpelinger Bürgerschaftsabgeordneten Heiko Strohmann erklärt Dieter Winge, Fraktionssprecher der LINKEN im Beirat Gröpelingen:

Die LINKEN-Fraktion im Beirat Gröpelingen weist Strohmanns Aussagen entschieden zurück. Die Bezeichnung sozialer Einrichtungen als „aufgeblähte Sozialindustrie“ wird weder den Herausforderungen Gröpelingens noch der Arbeit der vielen haupt- und ehrenamtlich Engagierten gerecht.

„Ich finde diese Wortwahl völlig daneben“, sagt Winge. „Wer von einer angeblichen ,Sozialindustrie' spricht, wird den vielen Menschen nicht gerecht, die sich jeden Tag für unseren Stadtteil einsetzen. Das sind Menschen, die Familien unterstützen, Jugendliche begleiten, Arbeitslose qualifizieren oder suchtkranken Menschen helfen. Mit solchen Schlagworten macht man Stimmung. Gelöst werden die Probleme dadurch nicht.“

Besonders kritisch bewertet DIE LINKE den Versuch, Tura Bremen und Kultur vor Ort gegeneinander auszuspielen. Beide Einrichtungen leisten auf unterschiedlichen Feldern unverzichtbare Arbeit für Gröpelingen.

„Gröpelingen braucht Tura Bremen genauso wie Kultur vor Ort. Sport, Kultur, Bildung und Integration sind keine Konkurrenz, sondern ergänzen sich. Wer daraus einen künstlichen Wettbewerb macht, wird beiden Einrichtungen nicht gerecht.“

Auch Strohmanns Aussagen zur Drogenpolitik stoßen auf deutliche Kritik.

„Mich stört schon die Verwendung des Begriffs ,Junkies'. Sucht ist eine Krankheit. Therapie und niedrigschwellige Hilfen gehören zusammen. Die Ambulante Suchthilfe Bremen, Comeback und die Caritas vermitteln seit Jahren erfolgreich in Entgiftung und Therapie. Niedrigschwellige Angebote sind häufig der erste Schritt, damit Menschen überhaupt bereit sind, Hilfe anzunehmen. Wer diese Hilfen infrage stellt oder kürzt, löst die Probleme nicht. Im Gegenteil: Das Risiko wächst, dass sich offene Drogenszenen weiter in die Wohnquartiere verlagern. Das belastet am Ende auch die Anwohnerinnen und Anwohner.“

Auch die angekündigten Kürzungen bei den Beschäftigungsträgern sieht DIE LINKE kritisch.

„Öffentlich finanzierte Projekte müssen regelmäßig überprüft werden. Das gilt auch für Beschäftigungsträger. Wer sie aber pauschal unter Generalverdacht stellt, wird ihrer Arbeit nicht gerecht. Für viele Menschen eröffnen sie überhaupt erst wieder eine Perspektive auf Teilhabe, Qualifizierung und Beschäftigung.“

Abschließend richtet Winge den Blick auf die Verantwortung des Gröpelinger Bürgerschaftsabgeordneten:

„Herr Strohmann vertritt unseren Stadtteil in der Bremischen Bürgerschaft. Von einem Abgeordneten Gröpelingens erwarte ich, dass er sich für unsere soziale Infrastruktur stark macht und sie nicht mit populistischen Schlagworten abwertet. Gröpelingen braucht keine Wahlkampfparolen, sondern Lösungen.“


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