Staatsanwaltschaft auf dem rechten Auge völlig blind
Nach dem Farbanschlag auf das Haus des Bremer Verfassungsschutz-Chefs hat die Bremer Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge 25.000 Euro ausgelobt für ‚Hinweise, die zur Ergreifung von tatverdächtigen Personen führen‘. Michael Horn, beiratspolitischer Sprecher der Linken Bremen und Bremerhaven, ist verwundert:
„Ich habe weder gehört noch gelesen, dass für den Farbanschlag auf ein migrantisch geführtes Huchtinger Restaurant, bei dem auch Scheiben eingeschmissen wurden, ein solch hoher Betrag ausgelobt wurde. Ist diese offenbar ausländerfeindliche Tat etwa schon aufgeklärt oder weniger widerlich als der Anschlag in der Bremer Neustadt“, fragt sich Horn. Der Fraktionssprecher der Linken im Huchtinger Beirat zeigt sich irritiert. "Es ist richtig, dass nach den Tätern des Farbanschlags auf das Privathaus des Landersverfassungsschutzchef mit allen Mitteln gefahndet wird. Aber: Muss kein ‚deutliches Signal‘ gesetzt werden, wenn es zu Angriffen auf das private und familiäre Umfeld von linken Personen kommt. Sind dies keine ‚Grenzüberschreitungen‘“, wundert er sich über die Begründungen der Staatsanwaltschaft. Im Januar 2026 hat es insgesamt fünf Farbangriffe auf Häuser von Menschen in Walle gegeben, die sich für eine solidarische Gesellschaft einsetzen und linkspolitisch engagieren. Betroffen sind neben einem Linken-Beiratsmitglied, zwei weitere Mitglieder der Linken Bremen und Bremerhaven, ein engagierter Bürger und ein solidarisches Wohnprojekt.
Der Kommunalpolitiker fordert die Strafverfolgungsbehörde auf, unverzüglich mitzuteilen, warum sie so unterschiedlich handelt. „Wenn es keine zufriedenzustellenden Antworten gibt, dann erwarten wir, dass auch für die Farbanschläge in Huchting und Walle mit ähnlicher Intensität und hohem Mittelaufwand nach den Tätern gefahndet wird.“

