Protesttag Psychotherapie: Ein Therapieplatz darf kein Luxusgut sein
Am Mittwoch, den 15. April, findet der bundesweite Protesttag des Aktionsbündnisses Psychotherapie statt. Auch in Bremen geht das Bündnis auf die Straße – gegen Honorarkürzungen und für eine zuverlässige psychotherapeutische Versorgung – 13.00 Uhr auf dem Marktplatz.
Dmitri Zelenin, gesundheitspolitischer Sprecher des Landesvorstandes der Linken Bremen und Bremerhaven, erklärt dazu:
„Schon jetzt warten viele Menschen monatelang auf einen Therapieplatz. Wartezeiten von sechs Monaten sind auch in Bremen keine Seltenheit. Mit den Kürzungen wird sich das weiter verschärfen – längere Krankheitsverläufe und Chronifizierungen werden die Folge sein."
Im März hat der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen beschlossen, die Vergütung ambulanter Psychotherapeut*innen zum 1. April um 4,5 Prozent zu senken. Zelenin: „Das ist gesundheitspolitisch fahrlässig und unsozial. Praxen werden sich aus wirtschaftlichen Gründen zunehmend für Privatpatient*innen und Selbstzahler*innen entscheiden müssen – wer gesetzlich versichert ist und kein hohes Einkommen hat, wartet länger oder geht leer aus. Die Zwei-Klassen-Medizin in der psychischen Gesundheitsversorgung wird damit weiter zementiert."
„Was wir brauchen, ist das Gegenteil: eine Stärkung der psychotherapeutischen Versorgung – etwa durch mehr Kassensitze und gezielte Förderung der Ausbildung in der Psychotherapie. Ein Therapieplatz darf kein Luxusgut sein."
