Linke Bremen zum heutigen Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie
Jedes Jahr am 17. Mai wird der IDAHOBIT (International Day against Homo-, Bi-, Inter- and Transphobia) begangen, der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie. Damit wird an den 17. Mai 1990 erinnert, an dem die Weltgesundheitsorganisation WHO beschloss, Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen und damit endlich anzuerkennen, dass gleichgeschlechtliche Liebe oder die Liebe für mehrere Geschlechter eine ganz normale Form gemeinschaftlichen Zusammenlebens ist und keine zu bekämpfende Krankheit.
Inter* Personen mit bei der Geburt uneindeutigem Geschlecht mussten noch bis 2018 warten, bis dies ebenfalls als Krankheit mit oft unsäglichen operativen „Korrekturen“ gestrichen wurde und der Gesetzgeber ihnen mit der Geschlechtsbezeichnung „divers“ eine weiterer rechtliche Geschlechtsoption als die zwangsweise Zuordnung zu „männlich“ oder weiblich“ zuerkannte. Erst 2020 wurde das Recht dann auch trans Personen und nichtbinären Personen zuerkannt, erst seit diesem Jahr kann von Menschen über 13 Jahren zwischen den Geschlechtsoptionen „männlich“, „divers“ weiblich“ oder „ohne Eintrag“ in den Personenstandsurkunden gewählt werden, ohne hierzu erst ein teures und aufwendiges Gerichts- und Gutachtenverfahren durchlaufen zu müssen.
Marina Grünewald, queerpolitische Sprecher*in des Landesvorstands der Linken, erläutert: „Der Gesetzgeber hat endlich anerkannt, dass es in der Bevölkerung eine Bandbreite von mehr als zwei Geschlechtern gibt und dass jeder Mensch das Recht hat, entsprechend der selbst empfundenen geschlechtlichen Identität und der Zuneigung zu gleichen und/oder anderen Geschlechtern anerkannt und ebenso behandelt zu werden wie jeder andere Mensch auch. Damit wurde lediglich einer sich in der modernen bundesdeutschen Gesellschaft längst durchgesetzten Erkenntnis Rechnung getragen. Leider gibt es jedoch immer noch ewig Gestrige, die jedes Abweichen von der angeblichen „Norm“ als Angriff auf sich und die Gesellschaft missverstehen, und die mit Hetze, Pöbeleien und Gewalt ihr Nicht-Verstehen in Form von Homo-, Bi-, Trans- oder Interphobie abreagieren, obwohl sie gar nicht betroffen sind. Aber das gesellschaftliche Problem sind nicht jene Menschen, die ein anderes Geschlechts- oder Liebesempfinden haben, sondern das Problem sind jene Menschen, die mit Hetze im Internet oder auf der Straße, mit Gewalt und Hass versuchen, einen Keil in unsere friedliche Solidargemeinschaft zu treiben. Dieses Verhalten gilt es zu bekämpfen und dafür steht der IDAHOBIT.“

