Kontextualisierung von Straßenschildern mit kolonialem Bezug

Gröpelingen

Der Beirat möge beschließen:
Der Beirat Gröpelingen bestätigt seinen bereits im Jahr 2024 gefassten Beschluss zur kritischen Kontextualisierung der im Stadtteil identifizierten neun Straßen sowie des betroffenen Platzes mit kolonialem Bezug. Auf Grundlage der von Dr. Hanno Balz (Universität Bremen) erarbeiteten, wissenschaftlich abgesicherten Texte sollen die Kurzfassungen als Unterschilder direkt unter den Straßennamenschildern angebracht werden.

Die vollständigen kontextualisierenden Texte sollen über im Straßenpflaster eingelassene QR-Codes nach dem Berliner Modell zugänglich gemacht werden. Die QR-Codes verweisen auf die vom Senator für Kultur bereitgestellte zentrale Webseite, die zusätzlich auf der Homepage des Beirats verlinkt wird, um die lokale Sichtbarkeit weiter zu erhöhen.

Das Kulturressort wird gebeten, die hierfür notwendige fachliche Abstimmung mit dem Staatsarchiv Bremen bzgl. der finalen Fassung der Kurzversionen vorzunehmen.

Der Beirat behält sich vor, zu einem späteren Zeitpunkt ergänzende Textbausteine mit spezifischem Bremen-Bezug sowie einem deutlicheren Bezug zu Gröpelingen und Oslebshausen vorzuschlagen. Diese Ergänzungen sollen – bevor sie veröffentlicht oder in das Kontextualisierungsverfahren eingespeist werden – fachlich geprüft werden durch:
• den Senator für Kultur,
• die Landeszentrale für politische Bildung,
• sowie Dr. Hanno Balz (Universität Bremen),
um sicherzustellen, dass alle Erweiterungen wissenschaftlich fundiert bleiben und in das bestehende Konzept integriert werden können.

Begründung:
Der Beirat Gröpelingen hat bereits im Jahr 2024 die neun Straßen und den Platz mit kolonialem Bezug im Stadtteil identifiziert und hierzu einen grundlegenden Beschluss zur Kontextualisierung gefasst. Mit den vom Kulturressort in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen bereitgestellten Textentwürfen liegt nun die wissenschaftliche Grundlage für die Umsetzung dieses Beschlusses vor. Die Anbringung kurzer kontextualisierender Unterschilder gewährleistet eine direkte, sichtbare Einordnung im Straßenraum. Die ergänzende Bereitstellung der vollständigen Texte mittels im Boden eingelassener QR-Codes ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung, ohne zusätzlichen öffentlichen Raum zu beanspruchen – ein entscheidender Vorteil insbesondere in den kleinen Stichstraßen wie Kribiweg und Dualaweg, in denen Stelen aufgrund der räumlichen Enge nicht realisierbar sind.

Die Kombination aus physischer Sichtbarkeit und digitaler Vertiefung stellt eine zeitgemäße, zugängliche Form der Erinnerungskultur dar. Durch die zusätzliche Verlinkung der zentralen Informationsseite des Senators für Kultur auf der Website des Beirats wird die Transparenz erhöht und die lokale Bevölkerung noch besser erreicht. 

Dieter Winge und die Fraktion DIE LINKE im Beirat Gröpelingen