Häusliche Gewalt
Mit der jährlichen Vorstellung der Kriminalitätsstatistik vermittelt die örtliche Polizei den Beiräten einen Blick sowohl auf ihre Arbeit als auf die Sicherheitslage im Stadtteil. Zuletzt stellten Mitglieder des Beirats Neustadt bei der Vorstellung in der Sitzung am 6. Juni 2024 das Fehlen von Angaben zu häuslicher Gewalt. Auf Bitten der Beiratsmitglieder wurden die Daten für die Jahre 2023 und 2024 am 28. Juli 2025 nachgeliefert. In der Beiratssitzung am 28. August 2025 wurde nochmals das Fehlen von Angaben zu Häuslicher Gewalt bemängelt und gefordert, diese solle regelmäßig in die Vorstellung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik aufgenommen werden.
Auf der Häuslichen Gewalt sollte unser besonderes Augenmerk liegen. Opfer sind mit Abstand am meisten Frauen, bei der innerfamiliären Gewalt Kinder. Die Polizeiliche Kriminalstatistik kann wegen der vermutlich hohen Dunkelziffer nur einen Teil-Einblick liefern, ist aber ein Weg, das öffentliche Interesse auf diesen Bereich zu lenken. Die Zahlen sind ansteigend!
Die PKS ist eine Ausgangsstatistik. Sie erfasst die von der Polizei abschließend bearbeiteten Straftaten. Und nur solche, die der Polizei bekannt geworden sind.
Die Polizeiliche Statistik zu Häuslicher Gewalt setzt sich aus Partnerschaftsgewalt und innerfamiliärer Gewalt zusammen. Laut Presseinformation der Senatorin für Inneres und Sport vom 4. März 2026 (https://www.inneres.bremen.de/dokumente/pks-2496) stieg die erfasste Partnerschaftsgewalt 2025 um 11 Prozent von 1.797 auf 2.002 Fälle. Rund 80 Prozent der Opfer sind weiblich, die Täter fast immer männlich. Bei der innerfamiliären Gewalt ist ein Anstieg um 7 Prozent von 830 auf 885 Fälle zu verzeichnen.
Das Bundeskriminalamt meldete am 21. November 2025 einen neuen Höchststand im Jahr 2024: 265.942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt! (https://www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Kurzmeldungen/251121_BLB_HaeuslicheGewalt2024.html)
Bundesweit stieg die stieg die Zahl der Opfer von Partnerschaftsgewalt um 1,9 Prozent auf 171.069.; rund 80 Prozent der Opfer sind weiblich. Unter den Tatverdächtigen dagegen sind Männer weiterhin deutlich überrepräsentiert (77,7 %). Häufigstes Delikt ist die Körperverletzung. 132 Frauen und 24 Männer wurden im vergangenen Jahr durch Partnerschaftsgewalt getötet.
Von Innerfamiliärer Gewalt waren 2024 insgesamt 94.873 Personen betroffen. Das entspricht einem Anstieg um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 54,2 Prozent der Opfer sind weiblich, 45,8 Prozent männlich. Am stärksten von Innerfamiliärer Gewalt betroffen sind Kinder zwischen 6 und 14 Jahren. Häufigstes Delikt ist auch hier die Körperverletzung. 130 Menschen wurden im vergangenen Jahr im Kontext Innerfamiliärer Gewalt getötet; 71 von ihnen waren männlich, 59 weiblich.
Die Zahlen sprechen dafür, dass die Stadtteilbeiräte dem Bereich Häuslicher Gewalt mehr Aufmerksamkeit widmen sollten, auch im Hinblick auf die Unterstützung von Präventionsmaßnahmen. Dafür sollte die Präsentation der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik in den Beiräten um diese Zahlen erweitert werden. Da dieses Anliegen alle Beiräte gleichermaßen betreffen dürfte, möchten wir dem mit einem Beschluss der Beirätekonferenz Nachdruck verleihen.
Der Beirat Neustadt möge beschließen:
Der Beirat Neustadt bittet die Beirätekonferenz wie folgt zu beschließen: Die Beirätekonferenz bittet die Senatorin für Inneres und Sport sowie den Polizeipräsidenten, die jährlich in den Beiräten vorgelegte Polizeiliche Kriminalitätsstatistik regelmäßig um die Angaben zur Häuslichen Gewalt zu ergänzen.
