Fortschreibung der Integrierten Drogenhilfestrategie (IDHS) 2025–2027
Zur Vorlage in der Sitzung des Beirats Gröpelingen am 29.10.2025
Bezug: Senatsvorlage „Integrierte Drogenhilfestrategie – Sachstand bisherige Maßnahmen 2024/25 sowie Weiterführung und Anpassung bestehender Hilfsangebote in 2026/27“ (Vorlage für die Sitzung des Bremer Senats am 28.10.2025)
Der Beirat Gröpelingen möge beschließen:
Der Beirat Gröpelingen fordert den Senat der Freien Hansestadt Bremen auf, im Rahmen der Fortschreibung der Integrierten Drogenhilfestrategie (IDHS) für die Jahre 2026/27 folgende Maßnahmen sicherzustellen:
1. Finanzierung und Umsetzung der geplanten Drogenhilfeeinrichtung in Gröpelingen.
Der ursprünglich im Senatsbeschluss vom 12. Dezember 2023 vorgesehene Tagesaufenthalt als niedrigschwelliger Rückzugs- und Beratungsort für suchtkranke Menschen im Stadtteil Gröpelingen ist bislang nicht realisiert. Der Beirat fordert, dass die hierfür vorgesehenen Mittel im Haushalt 2026/27 bereitgestellt und die Umsetzung zügig begonnen wird. Der Standort soll in enger Abstimmung mit dem Beirat und den Trägern der Suchthilfe ausgewählt werden.
2. Entwicklung einer quartiersspezifischen Präventionsstrategie für Gröpelingen.
Angesichts der sozialen Struktur und der besonderen Belastung des Stadtteils durch Verdrängungseffekte der Drogenszene fordert der Beirat eine auf Gröpelingen zugeschnittene Präventionsstrategie.
Diese soll aufsuchende Jugendarbeit, schulische und außerschulische Prävention sowie muttersprachliche und interkulturelle Zugänge miteinander verbinden. Dafür sind entsprechende Personal- und Sachmittel im Rahmen der IDHS sicherzustellen.
Eine teilweise Zweckentfremdung der für Suchtprävention vorgesehenen Stellen – etwa für allgemeine schulische Programme – ist dabei auszuschließen.
3. Bereitstellung der ursprünglich vorgesehenen Mittel für Wohn- und Betreuungsangebote.
Im Beschluss von 2023 waren Notunterkünfte und eine Wohneinrichtung für bis zu 30 Personen mit Suchterkrankungen vorgesehen. Diese Maßnahmen tauchen in der aktuellen Fortschreibung der IDHS 2025/27 nicht mehr auf.
Der Beirat fordert, dass diese Wohn- und Betreuungsangebote wieder in den Maßnahmenplan aufgenommen und entsprechend finanziert werden.
4. Anteilig den Einsatz von Ordnungs- und Reinigungsdiensten auch in Gröpelingen sicherstellen.
Der Beirat erwartet, dass die zusätzlichen Kapazitäten, die im Rahmen der IDHS für den Ordnungsdienst des Ordnungsamtes und für den Umweltbetrieb Bremen (UBB) bzw. die Bremer Stadtreinigung (DBS) geschaffen wurden, angemessen im Stadtteil Gröpelingen eingesetzt werden.
Gröpelingen ist – ähnlich wie die Innenstadt und die Neustadt – stark von Drogenkonsum im öffentlichen Raum und entsprechenden Verschmutzungen und Gefährdungen im öffentlichen Raum betroffen. Eine faire Verteilung der Einsatzzeiten und Ressourcen ist notwendig, um die öffentliche Sauberkeit, Sicherheit und Akzeptanz der Hilfsangebote im Stadtteil zu gewährleisten.
Begründung
Der Stadtteil Gröpelingen ist in besonderer Weise von den Folgen des Drogenkonsums im öffentlichen Raum betroffen. Die Verlagerung der Drogenszene aus dem Innenstadtbereich und die steigende Zahl von Menschen in schwierigen Lebenslagen führen zu einer dauerhaften Belastung des Stadtteils.
Die im Rahmen der Integrierten Drogenhilfestrategie 2023 beschlossenen Maßnahmen sollten dieser Entwicklung durch neue Tagesaufenthalte, zusätzliche Streetwork-Stellen, eine Stärkung der Prävention sowie Wohnangebote für Menschen mit Suchterkrankungen entgegenwirken.
Ein Teil dieser Maßnahmen wurde bisher nicht umgesetzt oder im aktuellen Senatsentwurf nicht mehr fortgeschrieben.
Zudem konzentrieren sich die ordnungs- und reinigungspolitischen Maßnahmen weiterhin auf die Innenstadt und den Bahnhofsbereich, obwohl auch in Gröpelingen sichtbare Auswirkungen des Drogenkonsums im öffentlichen Raum bestehen. Der Stadtteil benötigt daher eine gleichwertige Berücksichtigung bei Reinigungs- und Ordnungseinsätzen, um sowohl das Sicherheitsgefühl als auch die Akzeptanz von Hilfsangeboten zu stärken. Für eine wirksame Drogenhilfestrategie im Stadtteil Gröpelingen ist ein Kombinationsansatz aus Prävention, Hilfe, Wohnen und Ordnung erforderlich.
Die Einrichtung eines Tagesaufenthaltes, die Entwicklung einer stadtteilspezifischen Präventionsstrategie, die Wiederaufnahme der Wohnangebote und die gleichberechtigte Berücksichtigung bei Ordnungseinsätzen sind entscheidende Bausteine, um die Situation für Betroffene und Anwohner*innen nachhaltig zu verbessern.
Der Beirat fordert daher die Bereitstellung der notwendigen Mittel im Haushalt 2026/27 und die enge Einbindung des Stadtteils Gröpelingen in die Umsetzung der Maßnahmen. Der Beirat bittet die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, bis spätestens Herbst 2026 über den Umsetzungsstand der Maßnahmen in Gröpelingen zu berichten und die Planungen in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Beirat vorzustellen.
Dieter Winge und die Fraktion DIE LINKE im Beirat Gröpelingen
