Die Linke Bremen und Bremerhaven bekräftigt: Keine Bundeswehr an Schulen
Am kommenden Dienstag berät der Ausschuss für Schule und Kultur in Bremerhaven einen Antrag von SPD, CDU und FDP, um in „sicherheits- und friedenspolitische Bildungsangebote an Bremerhavener Schulen“ Bundeswehr und Friedensorganisationen „angemessen“ zu berücksichtigen.
Die Absicht der rotschwarzgelben Koalition in Bremerhaven scheint klar: Schulen sollen der Rekrutierung der Bundeswehr dienen, daher sollen Jugendoffiziere auch vorrangig die „Sicherheits- und friedenspolitische Bildung an Bremerhavener Schulen stärken“, so der Titel des Antrages im Schulausschuss Bremerhaven am kommenden Dienstag.
Hierzu erklärt Christian Gloede, bildungspolitischer Sprecher der Linken: „Dieser durchsichtige Versuch der Militarisierung von Klassenzimmern durch Top-down-Verordnung des Stadtrates muss bereits seitens des Schulausschusses deutlich zurückgewiesen werden. Schulen sind durchaus in der Lage globale Krisen, Konflikte und Lösungswege zu thematisieren und ob Lehrkräfte sich zu dieser Thematik Mitdiskutant*innen von außen holen, entscheiden sie selbst respektive die Schulkonferenz. Eine Gängelung durch den Stadtrat ist gänzlich fehl am Platze und lässt sich nur dadurch erklären, die Bundeswehr in ihren Rekrutierungsvorhaben unterstützen zu wollen. Dies kann und darf aber nicht Aufgabe von Schule sein, zumal der überwiegende Teil der zu erreichenden Schüler*innen minderjährig ist.“
„Die Aufgabe von Bildungseinrichtungen ist es, Kinder zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen. Ihnen ist das nötige Handwerkszeug für Reflektion, eigenständige Meinungsbildung und informierte Entscheidungen an die Hand zu geben. Dazu braucht es keine Jugendoffiziere. Die Bundeswehr nutzt bereits jetzt u.a. Social-Media-Kanäle und Postkartenaktionen, um sich als attraktive Organisation mit Abenteuercharakter darzustellen“, ergänzt Nico Schmitz, Kreisvorstandssprecher der Linken Bremerhaven.
Gerade auch die Postkartenwerbeaktion der Bundeswehr, die sich an alle Minderjährigen wendet, die im nächsten Jahr erst 18 werden, sorgt gleichermaßen für Angst und Unmut und sei ein Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention (Zusatzprotokoll, Verbot des Missbrauchs von Kindern als Soldaten).
„Hier gilt es, ggf. auch im Unterricht, diese „Werbung“ kritisch zu hinterfragen und die Widersprüche zwischen Abenteuer, Spaß und Kanonendonner einerseits und den Realitäten eines militärischen Alltags in Krisen- und Kriegszeiten mit Töten, Tod, Verstümmelung und Traumatisierungen aufzuzeigen.“ Für diesen Bildungsauftrag sei die Bundeswehr kein geeigneter Kooperationspartner und ein klares Wort des Bildungssenators in diese Richtung sei wünschenswert." so Gloede abschließend.
