Steigende Energie- und Wassersperren: Neuer Härtefallfonds ist dringend notwendig!

Die Zahl der Energie- und Wassersperren in Bremen ist erneut gestiegen. Wie die swb heute bei einem Treffen des Runden Tisches Energiesperren mitteilte, erhöhte sich die Zahl von 1.521 in 2024 auf 2.337 im Jahr 2025. Auch die Beratungsstellen berichten von einer gestiegenen Nachfrage. Viele der beteiligten Organisationen sprechen zudem von Schwierigkeiten, die Vorgaben der swb gemeinsam mit den Betroffenen einzuhalten. 

Sofia Leonidakis, Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion, kommentiert: „Die steigende Zahl von Energie- und Wassersperren zeigt, wie dringend notwendig die Wiedereinführung eines Härtefallfonds gegen Energie- und Wassersperren ist. Deshalb haben wir uns dafür stark gemacht – ein neuer Fonds wird kommende Woche durch einen koalitionären Haushaltsänderungsantrag beschlossen werden. Dieser soll schnell und unbürokratisch helfen, denn viele Betroffene stecken in einer Schuldenspirale. In den Beratungen geht es inzwischen um durchschnittliche Energieschulden von rund 3.000 Euro – Summen, die sich mit geringem oder keinem Einkommen kaum zurückzahlen lassen. Die steigenden Sperren und verschärfte Energiearmut in Bremen zeigen: der Fonds ist das richtige Mittel, um kalte Wohnungen ohne Strom oder Wasser, Schuldenfallen und im schlimmsten Fall Wohnungsverlust zu vermeiden. Denn das ist immer eine humanitäre Notlage, und ihre Abwendung ist eine Frage grundlegender sozialer Sicherheit.“

Der Runde Tisch Energiesperren besteht aus 17 beteiligten Organisationen, die verschiedene Beratungsformate und Maßnahmen zum Erreichen der Betroffenen planen oder bereits eingerichtet haben. 

Leonidakis weiter: „Die bestehenden Instrumente reichen aber nicht aus, es fehlen wirksame Finanzhilfen. Die swb beharrt auf eine 100-prozentige Rückstandsbegleichung, die Ämter übernehmen oft die Kosten nicht und die regelhaften Abwendungsvereinbarungen mit 24-monatigen Darlehen greifen nur in etwa 2 Prozent der Fälle. Deshalb brauchen wir einen neuen Härtefallfonds, ein unverzichtbares, ergänzendes Schutzinstrument gegen Energie- und Wassersperren – und zwar am besten so schnell wie möglich.“