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Cindi Tuncel zum Jahrestag des Genozids an den Jesid*innen

Am 3. August jährt sich der Gedenktag an den Genozid an den Jesid*innen. Vor acht Jahren überfielen Anhänger des sogenannten Islamischen Staats (IS) das jesidische Siedlungsgebiet Shingal im Nordirak. Sie ermordeten dabei gezielt Tausende Jungen und Männer. Frauen und Mädchen wurden verschleppt, noch immer werden 2.800 von ihnen vermisst. Etwa 10.000 Jesid*innen starben durch den Völkermord, Hunderttausende wurden aus ihren Dörfern vertrieben. Sehr viele leben nach wie vor in äußerst prekären Verhältnissen in Camps.

Cindi Tuncel, jesidischer Abgeordneter und Sprecher für Internationales der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft: „Auch acht Jahre nach dem Massaker in Shingal brauchen Jesid*innen weltweit den Schutz der internationalen Gemeinschaft. Ihr Hauptsiedlungsgebiet Shingal wird noch immer von der Türkei bombardiert, andere Staaten hetzen gegen sie und setzen sie der Verfolgung aus. Auch sind viele Mörder, die in Shingal an dem Genozid beteiligt waren, noch immer auf freiem Fuß. Hoffnung macht, dass in Deutschland bereits ein IS-Anhänger wegen Völkermords an Jesid*innen verurteilt wurde. Auch der Beschluss des Bundestages in diesem Jahr, mit dem der Völkermord an den Jesid*innen nun offiziell als solcher anerkannt wurde, ist wichtig. Dabei darf es jedoch nicht bleiben.

Die Strafverfolgungsbehörden in Deutschland müssen weitere IS-Anhänger*innen zur Rechenschaft ziehen. Auch Täter*innen im Irak und Nordsyrien sollte endlich der Prozess gemacht werden, dafür braucht es ein entsprechendes Tribunal der Vereinten Nationen. Aus der Anerkennung des Völkermords sollte hierzulande ein Bleiberecht für Jesid*innen folgen. Darüber hinaus muss die Hetze gegen Jesid*innen in Deutschland entschieden bekämpft werden.“

An die Jesid*innen in Bremen gerichtet sagt Tuncel: „Lasst euch nicht einschüchtern, seid sichtbar, lasst uns zusammenhalten und der Opfer in Shingal gedenken, jedes Jahr aufs Neue.“

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