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Stele erinnert an Kriegsgefangenenlager bei Grolland

Heute wurde in Bremen auf der Neustädter Seite der Grollander Ochtum-Brücke (B75) eine Stele eingeweiht, die an einem Kriegsgefangenenlager nahe des Grundstücks Duckwitzstraße 69 erinnern soll. Die Nazis hatten auf diesem Gelände bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges hauptsächlich sowjetische Kriegsgefangene unter unmenschlichen Lebensbedingungen eingesperrt und zur Zwangsarbeit genötigt. Wegen der Corona-Pandemie haben die Ortsämter der Bremer Stadtteile Huchting und Neustadt die Teilnahme an dieser Feierstunde beschränkt. Von den beiden Stadtteilparlamenten dürfen jeweils nur die Beiratssprecher, ihre Stellvertretungen sowie ein zuständiger Ausschusssprecher teilnehmen. LINKE-Beiratsmitglieder können deshalb nicht der Feierstunde beiwohnen.

„Ich freue mich, dass nach einem langen Prozess der Entscheidungsfindung heute die Stele eingeweiht wird“, kommentiert das Huchtinger Beiratsmitglied Michael Horn (DIE LINKE) die Enthüllung der Stele. „Eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte muss gerade auch an authentischen Orten stattfinden, um direkt vor Ort gesellschaftlich an das verbrecherische NS-Regime zu erinnern“, meint der Linkspartei-Politiker.

Horn kritisiert in diesem Zusammenhang, dass die zuständigen Behörden vor Jahren eine Genehmigung erteilt haben, mit der dann vor einigen Monaten auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers ein Bordell seinen Betrieb aufnehmen konnte. „Ich hätte mir mehr Sensibilität seitens der Behörden gewünscht. Schließlich war zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt, dass sich auf dem Grundstück ein Kriegsgefangenenlager befand. Bei der Genehmigung wurde die Geschichte dieses Geländes offenbar ausgeblendet.“ Horn bedauert, dass für das Areal der Duckwitzstraße 69 keine andere Nutzungsmöglichkeit gefunden wurde. „Im Interesse einer angemessenen Erinnerungskultur hätte ich mir durchaus vorstellen können, dass in die ehemalige Oelkers-Villa beispielsweise eine kulturelle Einrichtung oder eine Kindertagesstätte einzieht." 


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