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Quelle: www.pixabay.com/de

Energie und Abfallwirtschaft

Passend zu dem in derselben Woche datierten „Earth Overshoot Day“ fand am 28. August 2020 die vierte Enquetesitzung statt. Von diesem Tag an lebt die Weltgemeinschaft über ihre Verhältnisse. Der Tag wird jedes Jahr neu datiert und hat sich in diesem Jahr lediglich durch die Coronapandemie um drei Wochen nach hinten verschoben. Schwerpunkt der Sitzung waren die Themenfelder Energie und Abfallwirtschaft. Hierfür hatte die vorbereitende Arbeitsgruppe eine Reihe von Vortragenden eingeladen und ihnen zuvor einen Fragekatalog zukommen lassen.

Der Vorstandsvorsitzende der swb, Dr. Köhne, referierte über die Pläne der swb zum Kohleausstieg und Umstellung der Kraftwerke auf Gas. Festlegen wollte er sich allerdings nicht auf einen genauen Zeitpunkt, da dies vom Zuschlag in der gerade laufenden Ausschreibungsrunde für die Fördergelder zum Kohleausstieg abhängig sei.  Angestrebt sei 2023 - falls die swb in den ersten Runden nicht ausgewählt werden würde, könnte sich das allerdings auch bis 2027 hinziehen. Verstört zeigte er sich über Frage nach Klimaneutralität bis zum Jahr 2035, obwohl doch längst klar sein sollte, dass Klimaneutralität so schnell wie möglich nötig ist und nicht erst, wenn es ordentliche Gewinne abwirft.

Auch im Hinblick auf den Ausbau, den Zusammenschluss der bestehenden Fernwärmenetze und die Umstellung auf erneuerbare Energien hierfür war wenig Neues in Erfahrung zu bringen. Immer wieder verwies Dr. Köhne allein auf die betriebswirtschaftlichen Kriterien für einen Umstieg. Erst in 10-15 Jahren geht die swb von einem Umstieg auf dezentrale Gewinnung z.B. durch Prozess- und Abwärme oder Solarthermie aus. Bis dahin setzt die swb allein auf Gas und Müllverbrennung.

Christian Maaß vom Hamburg-Institut zeigte hier allerdings wesentlich mehr Möglichkeiten auf, so versorge beispielsweise in Stockholm ein Rechenzentrum allein 60.000 Haushalte mit Fernwärme. Hamburg untersuche gerade die Nutzung von Tiefenwärme und unterirdische Wärmespeicherung. Weitere Wärmegewinnungsmöglichkeiten, insbesondere Klärwerks-, Industrie- und sonstige Abwärme seien nahezu ungenutzt. In Bremen sind bislang lediglich 17 % der Haushalte an das Fernwärmenetz angeschlossen. Er machte deutlich, dass Bremen dringend eine Wärmeplan benötige. Ingo Tebje, der Abgeordnete der LINKEN in der Enquete-Kommission sagte dazu: „Die Aufstellung gesetzlicher Rahmenbedingungen für private Unternehmen für klimafreundliche Fernwärme dauert viel zu lange, kommunale Unternehmen könnten den Ausbau durch schlichte Weisungen umsetzen. Das ist ein Punkt, über den wir auch in Bremen dringend diskutieren müssen. Wir können nicht einem zentralen Anbieter allein das Feld überlassen.“

Dr. Klaus Meier von WPD machte deutlich, dass bis 2050 ca. viermal so viel Strom benötigt würde, um die notwendigen Umstellungen auf klimaneutrale Wirtschaft bewältigen zu können. WPD setzt dafür weitgehend auf Offshore-Anlagen, aber auch in Bremen könne allein durch Repowering der bestehenden Anlage eine Verdopplung der Produktion erreicht werden.

Gerhard Styri-Hipp vom Fraunhofer-Institut stellte die Studie über Möglichkeiten und Hindernisse beim Ausbau von Solarenergie vor, die für Berlin im vergangenen Jahr erstellt wurde. Hieraus ergab sich, dass allein die Dächer auf öffentlichen Gebäuden und Gebäuden der großen Wohnungsbaugesellschaften weit mehr als die Hälfte der für Solarenergie nutzbaren Dachflächen darstellten, so dass bereits die Vereinbarungen mit relativ wenigen Akteuren zu einer deutlichen Steigerung der Solarenergie führen könnte. Die Hindernisse, die privaten Eigentümern bei der beabsichtigten Nutzung von Solarenergie entgegenstehen, insbesondere baurechtliche Vorschriften, problematisierte die Vertreterin der Verbraucherzentrale Bremen, Frau Inse Ewen. Ingo Tebje dazu: „Um den Ausbau individueller Energie zu fördern, braucht es eine Abschaffung der bürokratischen Hemmnisse und eine kostenfreie Energieberatung für jeden. Mit den öffentlichen Dächern zusammen besteht die Möglichkeit einen Gigawatt Strom durch Solar zu erzeugen. Das sollten wir uns nicht nehmen lassen“. [Zappo]


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