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Sebastian Rave (Bremen I)

Zu meiner Person

Ich bin Sebastian Rave, 35 Jahre alt, und arbeite als prekär-selbstständiger Mediengestalter. Politisch aktiv bin ich, seit ich 2001 an meiner Schule in Walle Proteste gegen den Krieg in Afghanistan organisiert habe. Ich bin ver.di-Mitglied seit meinem Zivildienst im Diako Bremen vor 15 Jahren. Ob Krieg, Umweltzerstörung, Armut, schlechte Arbeitsbedingungen oder Rassismus: Ich glaube, dass viele der aktuellen gesellschaftlichen Probleme mit dem Kapitalismus zusammenhängen. Deswegen bin ich Marxist und neben der LINKEN Mitglied in der Sozialistischen Alternative - SAV und in der AKL (Antikapitalistische Linke).

Seit 2011 bin ich Mitglied im Landesvorstand der LINKEN und Sprecher für Antifa, Antirassismus, Friedenspolitik und Internationales. Vor zwei Jahren habe ich die mit anderen die Großdemo gegen den AfD-Parteitag in Bremen initiiert, bei der fast 10.000 Menschen gegen Rassismus und Rechtspopulismus protestiert haben. Als im September letzten Jahres Rassisten einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Huchting ausübten, habe ich eine spontane Demo mit 800 Leuten am nächsten Abend organisiert. Im letzten Winter habe ich das Bündnis gegen Militärtransporte in Bremerhaven mitgegründet und dafür gesorgt, dass wir bei klirrender Kälte mit 400 Leuten in den Hafen gegangen sind, um gegen das NATO-Säbelrasseln zu protestieren. Ich bin außerdem aktiv im Bremer Protestbündnis gegen den G20-Gipfel, das für den 8. Juli zu einer riesigen Demo gegen Trump, Erdogan und Merkel mobilisiert.

Ich begreife mich mehr als Aktivist statt als Politiker. Ich glaube nämlich nicht daran, dass es ausreicht, einfach die richtigen Leute in ein Parlament zu wählen, und dann wird alles besser. Um Veränderungen durchzusetzen, müssen wir uns organisieren und kämpfen. Denn eine bessere Welt wird uns nicht geschenkt, wir müssen sie uns holen!

Meine Gedanken zur Bundestagswahl 2017

Diese Bundestagswahl ist keine Routine-Wahl. Diese Wahl ist wichtiger als viele. Denn es gab selten eine so große Polarisierung zwischen links und rechts. Selten standen so große Fragen, nämlich über den Charakter der Gesellschaft, im Mittelpunkt einer Wahl. Selten war es so deutlich, wie tief die Gesellschaft in der Krise steckt.

Die Krise ist dabei keine neue. Die Immobilienblase in den USA platzte vor zehn Jahren, Lehman Brothers ging Pleite, es kam zu einer Banken- und Finanzmarktkrise. Regierungen sprangen überall ein, um die systemwichtigen Banken zu retten, und dadurch kam es bald zur Schuldenkrise und damit einhergehend zur Euro-Krise. Damals war Karl Marx auf dem Cover des Spiegel, und bürgerliche Ökonomen mussten sich die Frage gefallen lassen, ob Marx nicht vielleicht doch recht hatte. Die kurzgefasste Antwort darauf lautet: Ja. 

Die Krise hat heute aber einen anderen Charakter. Es ist nicht mehr „nur“ die Ökonomie, es sind nicht mehr nur die Profite der Banken und Konzerne, oder die Staatshaushalte, die auf dem Spiel stehen. Was aktuell auf dem Spiel steht, ist der offene Charakter der Gesellschaft, ist die bürgerliche Demokratie als solche. Was wir im Moment sehen, in der Türkei, in den USA oder in Form der AfD hier, ist das Marschieren der Reaktion in großen Schritten und mit schweren Stiefeln. Auch wenn wir in Deutschland gerade nicht an der Schwelle des Faschismus stehen: Immer mehr Menschen machen sich zurecht Sorgen um den Zustand der  Demokratie. 

Diese politische Krise ist das Ergebnis einer bürgerlichen Politik, die immer wieder als „Alternativlos“ bezeichnet wird. Das führt dazu, dass rechte, rückschrittliche Kräfte sich als „Alternative“ verkaufen. Trump hätte nie gesiegt, wenn er nicht ausgerechnet gegen Hillary Clinton angetreten wäre, die wie kaum eine andere für die Verflechtung von Weißem Haus und Wall Street steht. Genauso hätte die AfD niemals einen so rasanten Aufstieg erlebt, wenn die Große Koalition nicht seit Jahren wie Mehltau auf der Gesellschaft liegen würde. Die AfD hätte mit ihrer unsozialen Politik keine Chance unter Arbeiter*innen oder unter Arbeitslosen, wenn der Hass auf Merkel nicht mittlerweile so groß wäre, und die soziale Lage dank der Agenda 2010 nicht so prekär, dass bei vielen Betroffenen die Wut größer ist als das rationale Vergleichen von Parteiprogrammen. Die AfD ist Kind der Verhältnisse, und tut als wäre sie gegen das Establishment, während ihre Spitze aus Unternehmer*innen, Wirtschaftsprofessoren und Adligen besteht.

Genau deswegen ist es so wichtig, einen LINKEN Gegenpol zur AfD zu haben. Wir sind die einzige Partei, die eine glaubwürdige Antwort auf die AfD haben: Statt Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt stehen wir dafür, mehr kommunale und städtische Wohnungen zu bauen für alle, für Wohnungslose, für Studierende, für Geflüchtete. Wir stehen für einen Mindestlohn von 12€ ohne Ausnahmen – damit Menschen mit deutschem Pass und Geflüchtete, die neu auf dem Arbeitsmarkt sind, nicht gegeneinander ausgespielt werden. Statt rassistischer Spaltung stehen wir also dafür, gemeinsam zu kämpfen, um unsere Lebensbedingungen zu verbessern!

Wir sind als einzige Partei im Bundestag fest davon überzeugt, dass die Gesellschaft auch anders aussehen könnte.Wir glauben, dass die Macht der Banken und Konzerne gebrochen werden kann. Dass der enorme Reichtum der Gesellschaft allen gehören sollte. Dass nicht mehr Profit über die Wirtschaft herrschen soll, sondern die arbeitenden Menschen selbst, direkt und demokratisch. Das nennen wir: Sozialismus.