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Pressekonferenz in Berlin zum Bremer Wahlausgang

Einige Kommentare & Analysen zur Bürgerschaftswahl

"In die Bürgerschaft gewählt wurden..." mit Links zu allen Personenstimmen hier Kommentar von Christoph Spehr ("Eine zweite Chance für DIE LINKE"), Manfred Steglich ("Verloren haben vor allem die Armen"). "Sehr gute Sache", ein Kommentar von LafontainesLinke-Blog mit vielen Links zu Pressekommentaren. Bericht von Sönke Hundt in der Jungen Welt v. 27.05.11, Wahlanalyse von Benjamin Hoff (fds) und Horst Kahrs hier,  Kommentar von Klemens Alff ("zum ausgang der landtagswahlen in bremen - stillstand oben, verschiebungen unten")


 

Die (vorläufigen) Bürgerschaftswahlergebnisse:

Mehr dazu HIER


Eine zweite Chance für DIE LINKE

Erste Auswertung Bürgerschaftswahl 2011

DIE LINKE ist wieder da, aber sie muss besser werden. Das haben die Wählerinnen und Wähler der LINKEN am gestrigen Wahlsonntag mit auf den Weg gegeben. In den nächsten vier Jahren wird die Partei beweisen müssen, dass sie ihre Rolle als kämpferische Opposition annimmt – als einzige Kraft, die gegen Sozialkürzungen, Personalabbau, Privatisierungen ebenso kämpft wie für Armutsbekämpfung, Chancengleichheit in der Bildung und einen sozial-ökologischen Umbau vor Ort. Sie wird die Arbeit von Fraktion und Partei stärker darauf ausrichten müssen, in den Stadtteilen und in den sozialen Auseinandersetzungen aktiv zu sein und die Menschen zu erreichen, die vom politischen System offenbar immer weniger erreicht werden. 

Mit 6 Prozent hat DIE LINKE im Land Bremen eine zweite Chance bekommen, bleibt aber deutlich unter ihrem Ergebnis von 2007. Sie wird wieder in Fraktionsstärke in die Bürgerschaft einziehen, aber ohne eine/n Vertreter/in aus Bremerhaven. Die Grünen werden zweitstärkste Partei. Die FDP ist draußen. Die NPD bleibt in Bremen wie in Bremerhaven weit unter der 5-Prozent-Hürde. Die CDU erzielt mit 20 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit 1959. Die „Bürger in Wut“ ziehen wieder mit einem Abgeordneten über Bremerhaven ein. Die Wahlbeteiligung liegt noch etwas unter 2007 und dürfte damit die niedrigste Wahlbeteiligung überhaupt sein. Rot-Grün wird seine Mehrheit deutlich ausbauen, weder Schwarz-Grün noch Rot-Rot wären eine rechnerische Alternative. 

DIE LINKE wird in Zukunft 5 Abgeordnete stellen, davon 3 oder 4 nach Liste und 1 oder 2 nach Personenstimmen. Sie erzielt in Bremen-Stadt 6,2 Prozent, in Bremerhaven 4,6 Prozent und kommt im Land Bremen auf ca. 16.500 Stimmen – ca. 6.700 weniger als 2007. Der Anteil der Personenstimmen liegt in Bremen-Stadt bei etwa einem Drittel, in Bremerhaven bei ca. 16 Prozent. Dies sind aber vorläufige Werte, die sich bis Mittwoch noch ändern können. Bei den Jugendwahlen kommt DIE LINKE auf 8,2 Prozent und schneidet damit überdurchschnittlich ab. Hier sind die Grünen vor der SPD stärkste Partei, die Piraten kommen auf 5,1 Prozent. 

Was der Wähler sagt

Wenn man die Wahlergebnisse von Sonntag nüchtern in Aussagen der WählerInnen übersetzt, dann lautet die Botschaft der WählerInnen: 
1. Hinter Rot-Grün kommt im Moment nichts Besseres. SPD und Grüne sollen weitermachen, aber mit einer deutlich stärkeren Position der Grünen, vor allem in Bremerhaven.
2. DIE LINKE ist eine notwendige Kraft und soll wieder im Parlament sein. Dies ist jedoch kein Selbstläufer – DIE LINKE wird sich in ihrer zweiten Legislaturperiode bewähren müssen.
3. Die FDP braucht man derzeit nicht, und die CDU hat weder in den vergangenen 4 Jahren noch im Wahlkampf überzeugen können.
4. Für die NPD gibt es tatsächlich in Bremen und Bremerhaven „keinen Meter“.
5. Proteststimmen hat keine Partei für sich gepachtet. Mit den BIW auf der rechten und den Piraten auf der linken Seite des politischen Spektrums gibt es hierfür Angebote.
6. Stabilität ist das Wichtigste. Konstellationen wie in NRW oder schwarz-grüne Gedankenspiele sind in Bremen derzeit nicht erwünscht.
7. Blockaden durch das bürgerliche Lager soll es nicht geben. Zusammen mit der LINKEN verfügen SPD und Grüne über eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Es gibt keinen Grund mehr, sich um überfällige Reformen wie das kommunale Ausländerwahlrecht herumzudrücken. Aber auch wenn der Punkt kommt, wo die „Schuldenbremse“ nur noch um den Preis des totalen Kahlschlags einzuhalten ist, könnten SPD und Grüne sich dagegen entscheiden – das wird durch das Debakel der „Superkürzungsparteien“ CDU und FDP hinlänglich signalisiert. 

Mit ihrem Ergebnis liegt DIE LINKE im Gegensatz zu den letzten Wahlen unterhalb der aktuellen Umfragewerte auf Bundesebene. Während im Wahlkampf allgemein der Eindruck bestand, viele positive Rückmeldungen zu bekommen und auch die Medien die LINKE relativ fair behandelt haben, verlor die LINKE dennoch je rund 2.000 WählerInnen an die SPD, die Grünen und an die Nichtwählerschaft. DIE LINKE ist nicht mehr automatisch Hoffnungsträger. Viele Menschen gehen davon aus, dass Wahlen an ihrer Lage wenig ändern. Um sie zu überzeugen, ist mehr nötig als engagierter Wahlkampf, nämlich eine kontinuierliche Arbeit vor Ort. 

Die eigentliche Auseinandersetzung kommt jetzt

Das Ergebnis der LINKEN spiegelt auch die Schwäche der sozialen Auseinandersetzungen. Die Grünen bieten eine Bewältigung der Umwelt- und Zukunftsprobleme an ohne Klassenkampf – das ist attraktiv. Die SPD bietet Stabilität mit sozialer Färbung, ebenfalls ohne Klassenkampf – auch das kommt gut. Beides passt zu einer Stimmung, die eher von Sorge und Angst geprägt ist als vom selbstbewussten Kampf für die eigenen Interessen und gegen die mächtigen Blockaden von Kapital, Finanzmärkten und Bundesregierung. Dass ohne soziale Kämpfe gar nichts geht, ist bei den WählerInnen immerhin soweit im Hinterkopf verankert, dass es für den Wiedereinzug der LINKEN reicht. Ob die anstehenden sozialen Grausamkeiten einen stärkeren Protest provozieren oder ob sie Angst und Passivität verstärken, ist nicht ausgemacht. Für gesellschaftliche Alternativen, sozialen Protest und konkrete Forderungen zu mobilisieren, wird deshalb die zentrale Aufgabe der LINKEN in der kommenden Zeit sein. 

In Bremen, aber auch über Bremen hinaus ist vermutlich noch nie eine Landesregierung so deutlich bestätigt worden, die so wenig versprochen hat. SPD und Grünen ist dies als Transparenz und ehrlicher Dialog angerechnet worden. Mit bloßen Parolen kommt man dagegen nicht an. Durch den Druck der LINKEN haben beide sich allerdings im Wahlkampf darauf festgelegt, den sozialen Zusammenhalt nicht zu gefährden und keinen sozialen Kahlschlag vorzubereiten. Das ist der Grund, auf dem DIE LINKE jetzt stehen muss. Wenn sie wahrnehmbar dafür kämpft und mobilisiert, dass sich diese Hoffnung erfüllt – denn ohne eine mobilisierungsfähige LINKE wird das nicht der Fall sein – dann wird sie ihren Wählerauftrag erfüllen.

Christoph Spehr, Landessprecher DIE LINKE in Bremen

 

Verloren haben vor allem die Armen

Kommentar zur Wahl von Manfred Steglich

Während sich im Bremer Rathaus die VertreterInnen der Hartz IV-Parteien von SPD und Grünen betrunken vor Macht in den Armen liegen und unter dem Deckmantel der „Schuldenbremse“ die widerstandslose Fortsetzung ihrer unsozialen Kürzungspolitik feiern, ist vielen Menschen Bremens nach der Bürgerschaftswahl überhaupt nicht zum Feiern zumute: Es sind dies die 200.000 an der Armutsgrenze Lebenden, die sozial Abgehängten, die Prekarisierten. Es sind die alten Menschen, die von ihren schmalen Renten nicht leben können, die chronisch Kranken, die Alleinerziehenden, die Migranten. Sie alle sind die Verlierer dieser Wahl. Doch wie sagte die alte und neue Bürgermeisterin Karoline Linnert (Die Grünen) vor wenigen Tagen in einem Interview: „Ich kann dieses Gejammere von der Armut einfach nicht mehr hören.“ Das ist wohl wahr. Und entsprechend sah auch die Politik des rot-grünen Senats in den vergangenen vier Jahren aus. Und genau so wird die Politik von Rot-Grün in den nächsten vier Jahren aussehen. Statt die Bekämpfung der Armut in Bremen beherzt anzugehen, wird es wieder einmal nur soziale Trostpflästerchen geben, aber niemals auch nur den Ansatz eines Konzepts, grundsätzlich etwas gegen die Missstände und die tiefe soziale Spaltung der Stadt zu unternehmen. Und vor allem wird es weitere soziale Einschnitte geben. So viel ist sicher.

Die Wahlbeteiligung hat einen neuen historischen Tiefstand erreicht, weil sich die sozialen Verlierer mehr und mehr in ihr Schicksal zurückziehen, weil sie merken, dass die im Parlament vertretenen bürgerlichen Parteien gar kein ernsthaftes Interesse daran haben, etwas gegen die bestehenden schlechten Zustände zu unternehmen. In Frankreich hatte Stéphane Hessels Buch „Empört Euch“ Millionenauflagen. Dort ist den Menschen bewusst, dass die sich immer weiter öffnende  Schere zwischen Arm und Reich nicht länger hingenommen werden kann. Weil sie ein gesellschaftlicher Skandal ist und weil sie die Demokratie gefährdet. In Deutschland ist den Gewinnern und Nutznießern offensichtlich die Fähigkeit zur Empörung abhanden gekommen.

Denen, die sich zurückgezogen haben, gilt es nun zuzurufen: Macht aus Eurer Empörung Widerstand. Wehrt Euch! Seid solidarisch. DIE LINKE steht an Eurer Seite.

 

DIE LINKE zieht erneut in die Bremische Bürgerschaft ein

"Viele hätten sich offensichtlich gewünscht, dass wir in Bremen rausgeflogen wären. Insbesondere die, die in Bremen für eine Politik verantwortlich sind, die nicht gerade optimal war, insbesondere im sozialen Bereich. ..." - Statement von Klaus Ernst, Vorsitzender der Partei DIE LINKE, am Wahlabend zum Ausgang der Bürgerschafts- wahl in Bremen, bei der DIE LINKE nach der letzten Hochrechnung des Statistischen Landesamts Bremen 6,0 % der Stimmen geholt hat (Stand 22.5., 23:10 Uhr)
http://www.wahlen-bremen.de:8080/internet/html/hochrechnung/Hochrechnung_Land_Bremen.html

Stellungnahme KLAUS ERNST

 

Armut abschalten!

Download Landesplan auf Bild klicken

Vier Jahre SPD-Grünen-Regierung haben die sozialen Probleme, die Armut und die Arbeitslosigkeit in Bremen nicht vermindert. Statt entschlossen die Fehlentwicklungen unter der Großen Koalition umzukehren, will der rot-grüne Senat dem Land ein beispielloses Kürzungsprogramm verordnen. Das will DIE LINKE verhindern. Bremen braucht einen Politikwechsel für Arbeit, Solidarität und soziale Gerechtigkeit. In Bremen leben über 200.000 Menschen an der Armutsgrenze. Jedes dritte Kind wächst in Armut auf. Dieser Skandal muss ein Ende haben. Wir sagen: Die »Schuldenbremse« ist mit einem bedarfsgerechten Haushalt nicht vereinbar.

Deshalb legt DIE LINKE zur Wahl einen Landesplan zur Bekämpfung von Armut und sozialer Spaltung vor. Dass SPD und Grüne einen solchen Plan bisher nicht erarbeitet haben, liegt am fehlenden politischen Willen, nicht am Geld.

Armut ist kein Zufall. Armut entsteht durch Reichtum, der unter Ausnutzung von Armut gesteigert wird. Diese Entwicklung kann man umkehren. Durch eine gerechte Steuerpolitik auf Bundesebene – und durch einen Landesplan, der Armut und soziale Spaltung ernsthaft bekämpft. Armut kann beseitigt werden: Durch Abschaffung der Hartz-Gesetze, durch Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, durch Mindestlöhne und eine Umverteilung von oben nach unten. Die Landespolitik kann handeln: sie muss dem drängendsten Problem in Bremen und Bremerhaven endlich höchste Bedeutung zumessen.

Unser Landesplan zur Armutsbekämpfung ist sofort machbar und er ist bezahlbar.

Zur Finanzierung können die ca. 50 Millionen jährlichen Steuermehreinnahmen verwendet werden, die Rot-Grün bislang nicht in den Haushalt eingestellt hat, um sich eine stille Reserve zu schaffen. Weitere 59 Millionen können im Verlauf von 2 Jahren im Haushalt umgeschichtet werden. Wir wollen, dass Politik unsere Gesellschaft zum Wohle aller gestaltet.

Er ist zunächst für die Dauer einer Legislaturperiode angelegt, soll dann ausgewertet und aktualisiert werden. Mit unserem Plan wird Armut in Bremen und Bremerhaven nicht abgeschafft. Aber die Lebensbedingungen jenes Drittels der Bevölkerung, die an der Armutsgrenze leben, werden damit nachhaltig verbessert.

Landesplan: Ziele, Maßnahmen, Kosten
Anlage Landesplan: Erläuterungen zur Finanzierung und Umsetzung

 


Bremer GewerkschafterInnen wählen links!

Alle 5 Stimmen für DIE LINKE

Für Arbeit von der man leben kann!

Die letzten vier Jahre rot-grün haben Bremen zu einer Hochburg von unsicheren und schlecht bezahlten Beschäftigungsverhältnissen verkommen lassen. Selbst der angebliche Aufschwung nach dem Krisenjahr 2009 hat vor allem zu einem weiteren Aufbau von Leiharbeit geführt. Ein menschenwürdiges Leben ist für immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht möglich. Jungen Menschen werden nach und nach die Perspektiven geraubt.

Lösungen für diese Probleme hatte und hat rot-grün nicht. Stattdessen wurde mit der Schuldenbremse die Handlungsfähigkeit der Politik nahezu beendet. Bremen braucht weiterhin eine starke linke Opposition. Die Bürgerinnen und Bürger und die Beschäftigten sind nicht für die Finanznot in unserem Land verantwortlich. Trotzdem sollen sie die Zeche dieser verfehlten Politik zahlen. DIE LINKE hat Alternativen zur Kürzungspolitik der anderen Parteien; wir treten gemeinsam mit Gewerkschaften und anderen fortschrittlichen Kräften für eine Politik im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung ein

zum kompletten Aufuf

 

DIE LINKE wählen – Politik ist machbar!

Alle 5 Stimmen für DIE LINKE

Viele Bremerinnen und Bremer haben den Eindruck, dass Politik eh nichts ändert. Die etablierten Parteien werden nicht müde zu behaupten: Geld ist keins mehr da – also kann man nur noch entscheiden, wo die Kürzungen demnächst besonders groß werden und wo sie nicht ganz so schlimm ausfallen. Letzteres wird dann als großer Erfolg gefeiert. So eine Politik, die nichts mehr entscheidet, muss eigentlich niemand wählen. Nicht mal die Reichen, die haben andere Möglichkeiten der Einflussnahme.


DIE LINKE bietet eine Alternative.

Wir bestehen darauf, dass Politik unsere Gesellschaft zum Wohle aller gestalten kann. Wir bestehen darauf, dass in einem Sozialstaat die zunehmende Spaltung zwischen Armen und Reichen ein Skandal ist, dem das politische Handeln energisch entgegentreten muss. Deshalb werden uns in der Bremischen Bürgerschaft nicht darauf einlassen, dass kein Geld da ist und wir uns dem Diktat der Schuldenbremese beugen sollen. Im Gegenteil: Wir werden offensiv vertreten, was wir für notwendig, richtig und unabdingbar halten. Wir werden dafür sorgen, dass die Schönfärbereien der Mängelverwaltung aufgedeckt werden. Wir werden, gemeinsam mit außerparlamentarischen Kräften, Druck von Links auf Rot-Grün ausüben. Und wir sagen als einzige Partei, warum angeblich kein Geld da ist: Weil die etablierten Parteien sich scheuen, den Konlikt mit den Reichen und Mächtigen einzugehen, die auf diesem Geld sitzen, und deren Macht auf ihrem Vermögen beruht. DIE LINKE ist bereit, diesen Konlikt zu führen. Die Macht in unserem Staat gehört in die Hände aller Bürgerinnen und Bürger – wir alle müssen gleichermaßen darüber bestimmen können, wie diese Gesellschaft funktioniert! Helfen Sie uns bei unserem Ziel einer sozial gerechten, menschenfreundlichen, ökologischen Gesellschaft – Unterstützen Sie uns mit Ihren fünf Stimmen bei der Bürgerschaftswahl.

 

Die Schuldenbremse

Wirkt durch:

  • Steuergeschenke an Reiche
  • Kosten der Bankenrettung
  • Steuerfeigheit von Regierungen

Befällt mit Vorliebe:

  • öffentliche Haushalte
  • den öffentlichen Dienst
  • öffentliches Eigentum

Führt zum Absterben von:

  • sozialen Leistungen
  • gemeinnützigen Projekten
  • sozialer Stadtentwicklung

Gegenmittel bei Befall:

  • Millionärssteuer
  • Altlasten-Entschuldung
  • gerechterer Finanzausgleich

Mehr über die Schuldenbremse

 

Wahlkampfauftakt

DIE LINKE ist mit zwei Großveranstaltungen in die heiße Wahlkampfphase gestartet.

Am 5. Mai 2011 trat die Parteivorsitzende der LINKEN, Gesine Lötzsch in Bremerhaven auf. Auf dem Theodor-Heuss-Platz der Seestadt ging die Parteivorsitzende ganz aktuell auf ein Gerichtsurteil ein, das Menschen, die Hartz IV beziehen, verbietet, sich an Sportwetten zu beteiligen. Gesine Lötzsch betonte, dass Hartz IV-Bezieher in der Regel sehr genau wüssten, wie sie ihr Geld einteilen müssen. Mit einem solchen Urteil würden die sozialen Probleme nicht gelöst. Und weiter sagte sie: "Wenn Menschen, die Hartz IV beziehen, sich entscheiden, einen Teil ihres Geldes für Sportwetten auszugeben, so ist das ihr gutes Recht. Wer arm ist, darf nicht noch bevormundet werden. Arme Menschen müssen die gleichen Rechte haben wie alle anderen." Auch auf dem Bahnhofsvorplatz in Bremen widmete sich Gesine Lötzsch in ihrer Rede insbesondere dem Thema soziale Gerechtigkeit. Hier trat die Bundestagsabgeordnete gemeinsam mit dem Vorsitzenden der linken Bundestagsfraktion, Gregor Gysi, auf.

 

Die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft 2011

Am 22. Mai 2011 finden im Land Bremen mit der Wahl zur Bremischen Bürgerschaft eine Landtagswahl und mit der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bremerhaven und den Beirätewahlen im Gebiet der Stadt Bremen zwei Kommunalwahlen statt.

Bei der Wahl zur Bremischen Bürgerschaft entscheiden etwa 483.000 Wahlberechtigte über die Zusammensetzung des Bremer Landesparlaments in der 18. Wahlperiode. Die Abgeordneten werden in den beiden Wahlbereichen Bremen und Bremerhaven in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer, freier und geheimer Wahl nach einem reinen Verhältniswahlsystem gewählt. Allerdings dieses Mal mit einem neuen Wahlrecht.

Die wichtigste Neuerung ist die Möglichkeit, bei der Stimmabgabe zu "panaschieren" und zu "kumulieren". Bei der Bürgerschaftswahl hat zum ersten Mal jede Wählerin und jeder Wähler fünf Stimmen. Diese können nach Belieben bei einzelnen KandidatInnen und/oder Parteien gebündelt (kumuliert) oder auf die KandidatInnen und/oder Parteien frei verteilt werden (panaschiert). Es ist also möglich, alle fünf Stimmen einer Person oder einer Liste zu geben oder sie beliebig auf Personen und Listen zu verteilen.

Alles zum neuen Wahlrecht: 5 Stimmen
Informationsseite Kampagnenbüro Neues Wahlrecht 2011 beim Statstischen Landesamt Bremen