20. Februar 2009

Städtebauliche Rahmenplanung für den Stadtwerder

LINKE LEHNT STÄDTEBAULICHE RAHMENPLANUNG FÜR DEN STADTWERDER AB

DIE LINKE im Beirat Neustadt stellte gestern folgende Beschlussvorlage zur Abstimmung:

DIE LINKE im Beirat Neustadt

kann eine Notwendigkeit der Bebauung auf dem Stadtwerder nicht erkennen. Wer braucht die bis zu 400 Wohneinheiten in Häusern die viergeschossig sind? Braucht Bremen eine Nachverdichtung? Ist ein Zustrom von sogenannten „Gutverdienern“ nach Bremen zu erwarten? – Wir glauben nicht daran. 

Wir fragen uns, was dies für eine zeitgemäße Stadtentwicklung sein soll.

Weder der Stadtteil Neustadt, noch die Stadt an sich werden davon profitieren.

Bei der Bebauungsplanung handelt es sich um ein autonomes Siedlungsgebiet am Eingang zur Neustadt. Bereits in den letzten Jahren sind solche autonome Siedlungsgebiete in der Neustadt entstanden: ein Wohnen für Besserverdienende (z. B. Am Dammacker; aktuell Thedinghauser Str.) Diese Wohnungsbaupolitik führt zur weiteren Entmischung der Neustadt.  

Die Anwendung ökologischer Innovationen bei der Bebauung ist aus der Rahmenplanung nicht erkennbar. 

Ein einmaliges und nicht zu ersetzendes Biotop im Herzen der Stadt wird so zerstört.

Eine große Grün-Fläche mitten in der City wird für Eigentumswohnungen vergeudet und ein wichtiges Naherholungsgebiet kaputt gemacht. Wir fordern den Erhalt von Natur in der Stadt. 

Der Rahmenplanung werden wir nicht zustimmen.

Der Antrag wurde von den anderen Fraktionen (SPD, GRÜNE, CDU, FDP) abgelehnt.

Für eine andere Nutzung, z. B.  eine parkähnliche Anlage, Aufforstung eines Stadtwaldes, Betonung des Naherholungsgebietes für die Neustadt hat die Bremische Städteplanung keinen Sinn, im Gegenteil, der Stadtwerder soll Großstadtcharakter erhalten mit 5geschossigen Häusern und klaren Kanten. Die Architektur soll kubisch sein. Bis zu 420 Wohneinheiten sind geplant. Dann kann man auf dem Stadtwerder von ca. 1000 künftigen Bewohnern ausgehen, die entsprechend viele PKW fahren. Teile der Bebauungsfläche gelten als Mischgebiet, so dass auch gewerbliche Nutzung (Büro’s) möglich sein kann. Einzelhandel ist bisher nicht vorgesehen. Eine Anbindung an den Stadtteil Neustadt ist nicht vorgesehen. Die einzige Straße von der Stadt, die in die Siedlung führen wird, ist die Werderstraße, die schon jetzt durch Verkehrsteilnehmer gut ausgelastet ist, wie Anwohner berichten. Auch hierfür gibt es keine Lösung. Die Ausforstung des Waldstreifens, die Beseitigung des Unterholzes wird mit der Blickfreiheit künftiger Bewohner auf die Weser und auf den Werdersee begründet. Weder das  Wort FAUNA  noch das Wort Biotop werden von den Beteiligten (Städteplanung, Architekten) in den Mund genommen. Doch die anwesenden Neustädter wiesen ausdrücklich auf ihre Bedürfnisse hin: Der Stadtwerder soll so grün bleiben wie er ist.