Die Krise«, so Max Frisch, „ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmackder Katastrophe nehmen.“ Dieses „nur“ ist Krisenkunst. Sie so zubeherrschen, dass Krisen nicht zur Katastrophe für die Schwächeren in der Gesellschaft werden, ist linke Krisenkunst.
Das erste Paradoxon dieser Krise war die Fähigkeit der Herrschenden dafür zu sorgen, dass diese Krise nicht zur Krise ihrer Vormacht wurde. Dazu wurden fast alle neoliberalen Vorurteile einfach über Bord geworfen.(...)
Das zweite Paradoxon ist die Tatsache, dass die Linke in der schwersten Krise
des Kapitalismus seit achtzig Jahren selbst in der Krise ist. Zumindest in den USA und auch Europa ist nicht sie es, die die Agenda bestimmt. Teilweise konnten die gewerkschaftliche, die soziale oder die politische Linke Zugeständnisse erwirken, konnten sie soziale und ökologische Elemente in die Krisenprogramme einbringen. Der Preis aber war die Einbindung der Linken in weitgehend strukturkonservative Antworten....
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http://www.perspektive21.de ist die Theoriezeitschrift des SPD-Landesverbandes Brandenburg. Michael Brie ist Leiter des Institutes für Gesellschaftsanalyse der Rosa Luxemburg Stiftung.