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17. Januar 2012 von Ulrich Klotz, Berliner Republik, H. 5/2011

Wie die Revolution der Arbeit uns verändert

Im Zuge der Informatisierung aller Wirtschaftszweige bilden sich neue Formen der Wertschöpfung. Wie beim Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft wandeln sich soziale Strukturen, Wertesysteme, Verhaltensmuster und der Arbeitsbegriff - und zwar grundlegend.

Kommunikation ist ein Fundament der Gesellschaft. Verän­derungen in den dominierenden Kommunikationsweisen haben grundlegende Veränderungen der Gesellschaft zur Folge. In der Zivilisationsgeschichte führten vor allem zwei Verände­rungen bei den Kommunikationsformen zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Umwälzungen: die Entwicklung der Schrift und die Erfindung des Buchdrucks. Betrachtet man die Ent­wick­lung elektronischer Medien als Innovation der Daten­träger und Kommunikationsformen, dann müssen wir uns auf mindestens ebenso große Umbrüche gefasst machen. Das Internet als „Buchdruck der Neuzeit“ senkt nicht nur den Auf­wand zur Vervielfältigung und Verbreitung von Informa­tionen, sondern es verändert die Art, wie Menschen ihre Fähig­keiten verbinden und weiterentwickeln können. Damit verändert es auch jeden Aspekt unseres Denkens: Wahrnehmung, Ge­dächtnis, Sprache, Vorstellungsvermögen und vieles andere mehr. Solche Wirkungen hatten auch andere ehemals „neuen Medien“ wie Sprache, Schrift und Buchdruck – nur dass heute alles ungleich schneller abläuft. Auch das, was wir „Arbeit“ nennen, wird allmählich neu definiert.

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Quelle: Berliner Republik, Heft 5/2011

Ulrich Klotz: Ingenieur und Informatiker, war Mitarbeiter beim Vorstand der IG Metall für die Themen Forschungspolitik, Wissensgesellschaft und Arbeitsformen der Zukunft -- geb. 1948