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20. März 2010 Von Michael Schlecht, MdB und Chefvolkswirt der Linksfraktion im Bundestag

Griechisch-deutsche Tragödie

"Rente ab 28, Steuerfahnder als Steuerhinterzieher - Stern-Reporter schildern, wie Griechenland über seine erhältnisse lebt. Wie viele Euro müssen wir jetzt nach Athen tragen?“Seit Wochen wettern deutsche Medien gegen den "faulen Griechen." 70 Prozent der deutschen Bevölkerung sind gegen Hilfen für Griechenland. Das wundert nicht, tragen doch die Beschäftigten den größten Teil der Steuerlast. Sollen wir nach Bankenrettung auch noch für ganze Länder haften?“ so die Stimmung in der Bevölkerung. Wo liegen die Ursachen der griechischen Tragödie?

In Griechenland herrscht Korruption. Das ist leider nichts Besonderes in Europa. Man erinnere sich nur der Skandale in Italien, insbesondere der mafiösen Machenschaften Berlusconis. Und auch in Deutschland ist Vetternwirtschaft an der Tagesordnung. Man denke nur an die Mövenpick-Partei. In Griechenland wurde der Staatshaushalt manipuliert, so auch bei Einführung des Euros 2001. Bei den Manipulationen hat die US-Bank Goldman Sachs geholfen. Sie gewährte Griechenland mittels sogenannter Cross Currency Swaps (Währungstausch) verdeckte Kredite. Griechenland verkaufte seine Schulden in Fremdwährung - zum Beispiel Schweizer Franken oder Yen - an Goldman Sachs. Die Investmentbanker tauschten die Schulden dann zu einem fiktiven Kurs in Euro. Griechenland war die Schulden los und verfügte über frisches Geld. Aber Athen verpflichtete sich, die Schulden in einigen Jahren zurückzukaufen. Daher handelte es sich nur um einen versteckten Kredit, die dicke Rechnung steht noch aus. Auch die Deutsche Bank machte ähnliche Geschäfte mit Griechenland.

Das ganze 8-Seitenpapier hier