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27. Mai 2011 von Egbert Scheunemann

Die Mär von der Euro-Krise

Liebe politisch Interessierte,
der Grundsatzartikel zur sogenannten Euro-Krise, auf den ich Sie vor ein paar Tagen aufmerksam gemacht habe, hat eine Resonanz entwickelt, die ich genau deswegen nicht erwartet habe und erwarten konnte, weil seine Kernaussage, dass es so etwas wie eine Euro-Krise, es sei denn als Wahnvorstellung, nicht gibt, der gegenteiligen Behauptung schroff widerspricht, die schlechterdings flächendeckend, also von weit links bis weit rechts, auf allen Kanälen, in allen Medien, von Politikern, Journalisten und sogenannten Wirtschaftswissenschaftlern geäußert wird. Die Downloads von meiner Homepage haben sich vor vier Tagen sozusagen über Nacht verachtfacht (normal ist eine Verdoppelung, wenn ich einen Artikel in den Äther schicke), zig Portale haben den Artikel ins Netz gestellt, ein Bundestagsabgeordneter hat ihn über seinen Newsletter verbreitet, viele Leser schicken mir E-Mails und äußern reihum ihre Zustimmung.

Es scheint so, dass der Artikel etwas an- und ausgesprochen hat, was vielen mehr oder minder unartikuliert auf der Zunge lag. Es scheint also möglich zu sein, sogar hegemonial herrschende Lügen als solche zu entlarven. Aus diesem Grunde und aufgrund der erfreulichen Erfahrungen der letzten Tage wollte ich Sie nochmals bitten, für eine möglichst weite Verbreitung des Artikels (anbei) zu sorgen. Griechenland, das nun auch noch sein Volkseigentum an ausländische Banken und Anleger verscherbeln soll (und das werden nach allen Erfahrungen vor allem deutsche Banken und Anleger sein), wird gerade in das 17. Bundesland Deutschlands verwandelt, dem großen Profiteur der dahergelogenen Euro-Krise und der bewusst herbeigeführten und verstärkten Schuldenkrise Griechenlands und der anderen sogenannten PIIGS-Staaten. Dass Griechenland nicht auf Kosten seiner Gläubiger lebt, sondern diese auf Kosten des griechischen Volkes, das fast nur noch und immer mehr akkumulierte Zinseszinsen "zurück" bezahlt, also etwas, was es davor nie bekommen hat - helfen Sie bitte mit, diese Wahrheit möglichst weit zu verbreiten!
Schönen Dank für Ihre Hilfe und schöne Grüße!

Egbert Scheunemann


Notwendige Anmerkungen zu einer kollektiven Wahnvorstellung.

Im Mai-Heft der von mir grundsätzlich hoch geschätzten (weil demokratisch, aufklärerisch, sozial, ökologisch und also links orientierten) „Blätter für deutsche und internationale Politik“ steht folgender Satz zu lesen: „Spätestens seit der Schuldenkrise Griechenlands und der anschließenden Eurokrise steht das Projekt der Europäischen Union am Scheideweg.“ Weil es so etwas, dies vorab, wie eine Euro-Krise - es sei denn, wie zu zeigen sein wird, als Wahnvorstellung - nicht gibt, stellt sich natürlich die Frage, warum Sätze ähnlichen oder identischen Inhalts reihum und seit langer Zeit ohne Unterlass geäußert werden, und zwar in sämtlichen Medien von weit links bis weit rechts, in der Politik wie auch in der sogenannten Wirtschaftswissenschaft. Kaum jemand, auch nicht im politisch linken Spektrum, stellt Fragen, die sich kritisch Denkenden und ökonomisch halbwegs Informierten eigentlich mit aller Macht aufdrängen sollten. Um einleitend nur einige wenige zu äußern: Was haben Griechenlands Schulden, also die staatlichen Verbindlichkeiten eines kleinen 12-Millionen-Völkchens (NRW: 17 Millionen), die einen winzigen Bruchteil dessen ausmachen, was täglich auf den internationalen Finanzmärkten umgesetzt wird oder auch nur dem Jahresumsatz einer mittelgroßen Bank entspricht, mit der Währung der zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt zu tun? Warum sollte aus der Schuldenkrise Griechenlands, das im Übrigen und bislang noch keinen Cent seiner Schulden (die in hohem Maße akkumulierte Zinsen sind, also etwas, was die Griechen davor nie bekommen haben) nicht zurückgezahlt hat und das unter den Rettungs-, besser: Bürgschaftsschirm der größten Wirtschaftsmacht der Welt ge-stellt wurde, sich eine „anschließende Eurokrise“ ergeben? Und warum sollte mit dieser gar die gesamte Europäische Union infrage oder zumindest an einen „Scheideweg“ gestellt sein?

der ganze Artikel hier