Zurück zur Startseite
24. Juni 2011 von Johannes Gernert, in: taz, die tageszeitung, 11. Juni 2011

Wie sich natürliche Ressourcen am besten bewahren lassen (Buchrezension)

Politik an Ort und Stelle

Die Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom schildert in einem Thesenbändchen, wie sich Gemeingüter am besten bewahren lassen

In Indien beispielsweise geht es um das Grundwasser. In Riesenstädten wie Delhi oder Hyderabad ist das Wasser so knapp, dass die Leute immer tiefer bohren, um duschen und waschen zu können, wann sie wollen. Die wohlhabenden Mittelschichtler zumindest, die das Geld haben, ihre eigenen Brunnen zu bauen. Die Frage ist jetzt also, wie sich die Wasserversorgung regeln lässt, so dass alle zufrieden sind und das Grundwasser trotzdem nicht in wenigen Jahren versiegt. Ein klassischer Fall für Elinor Ostrom. Ostrom ist Wirtschaftswissenschaftlerin, sie hat vor zwei Jahren den Nobelpreis für ihr Werk bekommen, als erste Frau auf diesem Gebiet. Seit Jahrzehnten beschäftigt sie sich mit Gemeingütern - Wasser, Wald, Luft. Sie sieht sich Projekte in aller Welt an, schickt ihre Studenten und Doktoranden los, um mit ihnen zu erforschen, wie sich diese Gemeingüter am besten verwalten lassen. Mit dem "gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter" befasst sich auch ein kleines Büchlein, das jetzt auf Deutsch erschienen ist. "Was mehr wird, wenn wir teilen" fasst Ostroms zentrale Gedanken zusammen. Silke Helfrich hat als Herausgeberin und Übersetzerin dafür ein Interview und einen Essay der Nobelpreisträgerin verwertet. Die wichtigste Erkenntnis aus Ostroms Arbeit klingt zunächst einmal sehr banal: Die eine, einzige Lösung gibt es nicht. Mit dieser Grundhaltung sollte man sich den Konflikten nähern.

Elinor Ostrom: "Was mehr wird, wenn wir teilen. Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter". Oekom Verlag, München 2011, 126 S., 14,95 Euro

der ganze Artikel hier