Von Freunden und Sympathisanten »Nichi« genannt, ist Nicola Vendola eine der herausragendsten aber auch schillerndsten Persönlichkeiten der heutigen Linken Italiens. Jg. 1958, begann er seinen politischen Werdegang in der IKP, stieg als Vorsitzender des Jugendverbandes ins Zentralkomitee auf, war 1991 gegen die Umwandlung in die sozialdemokratische Linkspartei PDS und dann Mitbegründer der neuen KP Rifondazione Comunista (PRC). Für Mitte Links gewann er 2005 in der Region Apulien die Wahlen, wurde Präsident und 2010 wiedergewählt. In eben jenen Jahr gründete er - enttäuscht darüber, dass sein Vorschlag, das Regenbogen genannte linke Wahlbündnis (Kommunisten, Linksdemokraten, Restsozialisten und Grüne) in eine linke Bündnispartei umzuwandeln, in der PRC angelehnt worden ist - eine neue Partei, die Sinistra Ecologia e Libertà (Linke für Umwelt und Freiheit).
Vendola bekennt sich zu seiner Homosexualität, hat nichts dagegen, wenn sein katholisches Glaubensbekenntnis erwähnt wird und stellt ebenso seinen Hang zum Anarchismus heraus. In Süditalien, wo Bakunin einst die italienische Arbeiterbewegung aus der Taufe hob und diese zur stärksten Sektion der Internationale wurde, fällt vor allem Letzteres noch heute auf fruchtbaren Boden. Der »Mann mit dem Ohrring«, wie er sich gern nennen lässt, genießt den Ruf eines populären Linken, den viele auch weiter als Kommunisten sehen.
Nicola Vendola: Es gibt ein besseres Italien. Manifest für eine neue Politik. Verlag Antje Kunstmann, München 2011. 173 S.,
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