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24. Oktober 2011

Ein Handbuch fürs die politische Nutzung des Social Web

“Das Web 2.0 eröffnet vielfältige Möglichkeiten, gesellschaftspolitische Anliegen zu thematisieren.” – So beginnt der Klappentext des Buches Soziale Bewegungen und Social Media. Das Handbuch legt vor, wie dies funktionieren kann: es beschreibt den Einsatz von Social Media anhand unzähliger Fallbeispiele, legt Bedienungsanleitungen bereit und wagt auch einen kleinen Blick in die Zukunft.

Das 392 Seiten starke, aufwändig gestaltete Buch ist in Wahrheit ein mutiger Versuch: Verlage haben es normalerweise nicht so gerne, wenn das komplette Buch schon vorab online zu lesen ist. Bei #sbsm fand hingegen die ganze Arbeit im WorldWideWeb statt: Artikel wurden in einem Wiki gestellt, einige Berichte schon vorab gebloggt – stets unter der Creative Commons Lizenz. Dafür muss man dem ÖGB Verlag ganz einfach ein großes Lob aussprechen: durch diese offene Entwicklung zeigt sich zumindest nun schon an den Reaktionen, dass die Idee voll aufgegangen ist.

Lobenswert ist auch die Dramaturgie des Buches: schon das erste Fallbeispiel (über den annalist-Blog) überrascht, schreckt auf und erklärt, warum der Weg ins Web 2.0 oft nicht in erster Linie ein geplanter, jedoch in vielerlei Hinsicht ein sehr sinnvoller ist. Anna Roth wird in ihrem Autorinnenportrait als “Kollateralschaden einer Terrorismus-Ermittlung” beschrieben: Als ihr Freund, der Soziologe Andrej Holm 2007 verhaftet wurde, begann sie in ihrem Blog zu portraitieren, wie es ist, überwacht zu werden. Einerseits nutzte sie das Medium dazu, über den aktuellen Stand des Verfahrens rund um ihren Freund zu berichten, andererseits war sie zudem schnell eine Anlaufstelle für Menschen, denen ähnliche Schicksale passiert sind. Sie schaffte dadurch einen Gegenpol zu den klassischen Medien, die unkritisch von einem Erfolg der Ermittlungen zu schreiben wussten.

die ganze Besprechung hier

Hans Christian Voigt, Thomas Kreiml (Hrsg): Soziale Bewegungen und Social Media. Handbuch für den Einsatz von Web 2.0; ÖGB Verlag, Wien 2011, Softcover, 396 Seiten, ISBN: 978-3-7035-1462-3, Preis: 29,90 Euro