Nein, der Bezug von Hartz IV war nicht vorgesehen im Lebensplan von Katja Kullmann. 2002 schrieb sie mit Anfang dreißig den Bestseller »Generation Ally. Warum es heute so kompliziert ist, eine Frau zu sein« und war danach eine erfolgreiche Journalistin. Sie gehörte zu den zwischen 1965 und 1980 Geborenen, die sich für ihr Leben Weitsicht und Würde, Coolness und Dissidenz, Innovation, Emanzipation und Freiheit vorgestellt und das auch eine ganze Weile gelebt hatten. Selbstverwirklichung war ihr zentrales Credo.
Campact: Bankenviertel Frankfurt umzingeln!
Aber irgendetwas ging schief. Die Mieten wurden immer teurer, die Honorare sanken, Konkurrenz und Misstrauen schlichen sich in die Freundschaften ein. Einige konnten ihre Armut nicht mehr so gut verstecken, andere lebten mit Mitte dreißig vermutlich immer noch von ihren Eltern, worüber sie selbstverständlich schwiegen. Die Mitte, von der man fälschlicherweise annahm, zu ihr zu gehören, war keine bunte Hüpfburg mehr, sondern ein umkämpftes Floß.
Die ganze Rezension hier lesen.