Do., 9. Februar 2012, 20.00 Uhr, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen
Buchvorstellung mit Prof. Dr. Gerhard Engel, Klausdorf
In Bremen ist Johann Knief (1880-1919) bekannt als Kopf der Linksradikalen im Spaltungsprozess der deutschen Sozialdemokratie während des Ersten Weltkrieges und als eine Zentralgestalt des revolutionären Geschehens in der Hansestadt im November und Dezember 1918. Gilt das aber auch für seine Herkunft, seine schulreformerische Aktivität, die ihn in die Sozialdemokratie führte, in der er aber mehr war als "nur" politischer Redakteur der "Bremer Bürger-Zeitung"? Wie ist sein Platz in der Entstehungsgeschichte der KPD und in der deutschen Revolution zu bewerten?
Der Referent stellt seine ausführliche Biographie "Johann Knief. Ein unvollendetes Leben" zur Diskussion. (Geschichte des Kommunismus und Linkssozialismus, Bd. XV, Karl Dietz Verlag, Berlin 2011)
Gerhard Engel war Professor für deutsche Geschichte mit der Spezialisierung Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat sich seit 1965/1966 mehrfach mit den Bremer Linken befasst. In den beiden letzten Jahrzehnten widmete er sich besonders den Groß-Berliner Arbeiter- und Soldatenräten 1918/19 (Akademie Verlag, Berlin 1993, 1997 und 2002), der linksliberalen Strö-mung in der deutschen Rätebewegung (IWK 40-2004, H. 4) sowie einem Feldpostnetzwerk junger Sozialdemokraten aus Stuttgart und Bremen während des Ersten Weltkrieges ("Rote in Feldgrau", trafo Verlag, Berlin 2008).
Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen in Kooperation mit der MASCH (Marxistische Abendschule) Bremen.
