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15. Juni 2011

Ist das wirklich verwerflich?

Leserbrief von Andreas Diers

Der heute an dieser Stelle veröffentlichte Brief des Genossen Michael Mork an die neue Fraktion der LINKEN mit seiner Forderung, den bisherigen Fraktionsgeschäftsführer nicht weiter zu beschäftigen, nötigt mich zu ein paar Anmerkungen.

Anders als der Genosse Mork bin ich der Meinung, dass es bezüglich der Darstellung des Geschäftsführers der Fraktion über die Vorgänge um die Aufstellung unserer KandadatInnen für die Bürgerschaftswahl 2011 eben und genau  ganz entscheidend wichtig ist, was im Einzelnen daran wahr oder unwahr ist. Denn sowohl die Parteimitglieder als auch die Öffentlichkeit haben meiner Ansicht nach ein Recht auf völlige Wahrheit, Klarheit und Transparenz darüber, was in unserer Partei geschieht, bzw. auch darüber was geschehen ist.

Im zweiten Absatz schreibt Genosse Mork etwas von „…seiner nicht autorisierten Überzeugung…“. Von wem hätte sich denn der Geschäftsführer nach Ansicht des Genossen Mork seine Überzeugung autorisieren lassen sollen? Und müssen sich jetzt alle Parteimitglieder ihre Überzeugung – von wem auch immer – autorisieren lassen? Ich zumindest werde mir meine Überzeugung auch in Zukunft von niemandem „autorisieren“ lassen.

Der Geschäftsführer hat auf dem letzten Parteitag einen zwar ein wenig emotionalen, aber keineswegs einen emotionalisierenden oder einen diffamierenden Beitrag gehalten. Er hat einfach mal Klartext geredet – und das war auch gut so.

Im Übrigen bin ich angesichts der Geschehnisse in den letzten Wochen und Monaten leider der (mit politisch vielleicht etwas unkorrekten Worten formuliert) Überzeugung:

Die LINKE in Bremen schafft sich ab!

Um diese Entwicklung aufzuhalten und umzukehren, dazu wäre meiner Meinung nach ein tatsächlicher Neuanfang notwendig, vor allem auch ein anderer Umgang von GenossInnen untereinander. Leider ist ein derartiger Neuanfang bislang für mich nicht zu erkennen – es wird vielmehr weiterhin „business  as unual“ gemacht.

Andreas Diers