25. April 2016

566. Bremer Montagsdemo am 25.4.2016

 

Glyphosat – Wenn Babys die gleichen Missbildungen haben wie Ferkel

Hans-Dieter Binder

1. Glyphosat wandert ins Futter und somit in die Nahrungskette des Menschen. Der Dokumentarfilm „Gift im Acker – Glyphosat, die unterschätzte Gefahr“ zeigt Beeinträchtigungen bei Tieren. Nebenbei werden auch die Beeinträchtigungen des Menschen – der Babys – angesprochen. Unterschwellig wird deutlich, mit welchem Einsatz die Hersteller hier jede Kritik unterbinden, zum Beispiel mit der Drohung des Lächerlichmachens oder der Aberkennung der „wissenschaftlichen Reife“. Universitäten werden zur Beendigung der Forschung gedrängt, die Finanzierungen verhindert, die Ergebnisse ignoriert. Das EU-Parlament empfiehlt nun eineVerlängerung der Zulassung um weitere sieben Jahre.

Der Präsident des „Deutschen Bauernverbandes“ ist auch Präsident der Glyphosat-Hersteller. Er sieht keinerlei Gefahr. Es ist so ähnlich wie mit der Atomkraft: Du hast Krebs, wohnst neben dem Atommeiler, aber was hat das Kernkraftwerk konkret mit deinem Krebs zu tun? Die Untersuchung der Muttermilch hat gezeigt: Das Gift ist im Körper der Menschen angekommen. Über Glyphosat im Bier wurde viel gelästert, der Ernst der Angelegenheit wurde weggelächelt.

Der Bericht zeigt, dass Glyphosat die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Ein Milchbauer in Bayern hat zugefüttert und gemerkt, dass seine Kühe immer „lustloser“ wurden. Die Fruchtbarkeit ist zurückgegangen. Er hat das zugekaufte Futter untersuchen lassen. Es wurde Glyphosat festgestellt. Er kauft jetzt beim Nachbarn, und die Kühe haben sich erholt. Der „Übermut“ war auch im Bild zu sehen: Die Fruchtbarkeit ist wieder da.

Ein Schweinebauer in Dänemark hat bei seinen Tieren eine verminderte Geburtenrate und Missbildungen an den Neugeborenen festgestellt. Glücklicherweise waren dies Totgeburten. Er hat ebenfalls das Futter auf „giftfrei“ umgestellt und nun gesunde Ferkel. Besorgt hat er registriert, dass mehrere Babys in Dänemark mit den gleichen Missbildungen wie seine Ferkel geboren wurden.

Ein Forscher hat erfahren, dass die Rattenversuche zum Thema Glyphosat eine Laufzeit von drei Jahren hatten. Dies entspricht der durchschnittlichen Lebenserwartung. Er weiß, dass Krebs sich aber erst später zeigt. Er zieht nun eine Langzeitstudie auf: Es zeigen sich Tumore, alle Ratten sterben an Krebs. Allerdings ist davon in den ersten drei Jahren nichts festzustellen. „Nicht wissenschaftlich“, „die falschen Ratten“, „zu wenig Tiere“? Er hat die gleichen Ratten und die gleiche Anzahl an Tieren genommen. Doch wer kommt schon gegen das Bundesamt für Risikobewertung an?

In den USA sind Böden unfruchtbar geworden, es gab Ertragsminderungen bei Sojapflanzen und neuen Pilzbeifall – egal, bloß nichts davon an die Öffentlichkeit! Der Export könnte leiden. Die Farmer sind allerdings die Dummen. Es gibt immer mehr Unkräuter, die gegen Glyphosat resistent sind. Die Nutzpflanzen werden geschädigt, das Wurzelwerk ist weniger stark ausgebildet. Die Pflanze kann schlechter Wasser aufnehmen, sie stellt das Wachstum ein. Das Stressgen der Pflanze wird geschädigt. Die negativen Auswirkungen werden mit dem Futter auf den Darm der Tiere übertragen. All dies ist bekannt.

Ein US Forscher hat diese Erscheinungen erforscht und veröffentlicht. Seine Universität hat ihm nahegelegt, etwas anderes zu erforschen. Seinem Team wurde gekündigt, die Studie zurückgezogen. Bei dieser Forschung wurden auch die Bausteine festgestellt, die zur Krebsbildung führen. Ein französischer Forscher hat die Zutaten beim Glyphosat-Mix ermittelt und eingruppiert. Es waren höchst gefährliche Stoffe darunter.

All diese Informationen hat das Bundesamt für Risikobewertung erhalten und. Sehen Sie selbst die Abwehrargumentionen im Beitrag, voll auf der Linie ihres Chefs. Aktuell steht auf der Website ein sogenanntesGutachten, wonach es natürlich aus Sicht des Bundesamtes nicht Neues gibt. In einem Offenen Brief an den Minister wird es auf den Punkt gebracht.

Mir fällt da noch die Enthaltung Deutschlands bei der Abstimmung über Genmais ein. Kurz vor der Abstimmung kam ein Anruf, und unser Minister enthielt sich weisungsgebunden. Genmais darf sich in Europa ausweiten, voll auf Linie der Kanzlerin – per Weisung, nicht per Diskussion und überhaupt nicht per Mitbestimmung! 

2. Wenn die Freihandelsabkommen rechtskräftig werden, gibt es keine Hürde mehr für die Genveränderung. Frau Merkel hat von der Möglichkeit gesprochen, Maßstäbe zu setzen, wenn TIPP in Kraft tritt. Doch allein die Gründung eine Betriebsrats in einem Tochterunternehmen in Deutschland kann ein US-Konzern zur Schadenersatzklage treiben, weil Gewerkschaften teilweise in den USA verboten sind.

Die „Panama Papers“ führen zu keinem Amerikaner, aber insbesondere zu den großen US-Konzernen. Ansonsten hat Amerika seine eigenen Steueroasen, natürlich auch mit deutscher Nutzung. Mit TIPP wäre den Nutzern der Briefkastenfirmen keine Steuer abzuringen. Alle von Wolfgang Schäuble aufgestellten zehn Punktesind gegenüber den USA nicht durchzusetzen. Endlich sagt es auch mal ein Politiker: „Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter- Borjans hat Teilen der Union vorgeworfen, schon lange einen stärkeren Kampf gegen Steuerflucht und Steuerbetrug zu verhindern.“

Mit TTIP wäre auch der Abdruck von Schockbildern auf Zigarettenpackungen nicht umsetzbar gewesen beziehungsweise hätte zu Schadenersatzklagen geführt. Fracking führte wieder zu Erdstößen. Bei Fracking-Verbot in Deutschland und Fracking-Genehmigung in den USA müsste Deutschland genehmigen, um Schadenersatzklagen zu vermeiden. Deutschland, heißt es, würde mit TTIP „gewichtiger“. In der Tat: Die Menschen in Deutschland würden einfach schwerer, Ursache Maiszuckersirup.

Die EU hat die Importbeschränkung aufgehoben. Mit TTIP wäre dies nicht zu heilen. Mit TTIP wäre die Verwendung nicht kennzeichnungspflichtig. Mexiko leidet darunter, insbesondere die Kinder. Die Schäden der Kinder werden beim Erwachsen mitgenommen. Mexiko wollte seine Bürger(innen), insbesondere die Kinder schützen. Mexiko musste zahlen, das Schiedsgericht hat entschieden. Geheim! Die Kinder gewichtiger und kränker. 

3. „Wir Alleinerziehenden sind Anfang des 21. Jahrhunderts eine historische Massenbewegung“, hat Elisabeth bei der 565. Bremer Montagsdemonstration festgestellt und dabei unter anderem. die Lücken und Tücken des Lebens aufgezeigt. Sie sind gestaltet durch unsere Politiker: Kein Land in Europa behandelt Alleinerziehendeschlechter, etwa bei der Einkommensteuer. „Arm gemacht – Allein erziehen in Deutschland“ heißt ein ergänzender Beitrag des WDR.

Aktuell berät der Bundestag über ein Gesetz zur „Rechtsvereinfachung“ beim SGB II, die tatsächlich eine Rechtsverschärfung ist. Im ursprünglichen Entwurf war die Streichung des Zuschlags für Alleinerziehende beim ALG II vorgesehen. Warum? Alleinerziehende sind die Ärmsten unserer Gesellschaft! „Die Linke“ hat nachgefragt, wieso dies eine „Rechtsvereinfachung“ sein soll. Nun wird dieses Ansinnen gestrichen, der Alleinerziehungszuschlag weiterhin gezahlt.

Eine besondere Kröte für Alleinerziehende – und Sachbearbeiter(innen) des Jobcenters – ist die Aufteilung des Regelsatzes für das Kind entsprechend dem Aufenthalt bei den einzelnen Elternteilen: Für jeden Tag beim Vater erhält die Mutter weniger Leistung für das Kind. Hier und auch bei anderen Punkten wird erhebliche Aufwandssteigerung betrieben. Die Frauen werden mal wieder die Leidtragenden sein.

Im Beitrag des WDR wird auch dokumentiert, dass Menschen sich von der Behandlung in der Behörde herabgewürdigt fühlen. Der „Kontakt auf Augenhöhe“ wird nicht eingehalten. Wegbleiben ist allerdings eine schlechte Alternative. Die nächste Alleinerziehende wird ebenso sauergefahren. Für die Sachbearbeiter(innen) im Jobcenter ist jedes Wegbleiben eine „erfolgreiche Vermittlung in Arbeit“! Daher wird der Druck auf die Leistungsberechtigten immer weiter gesteigert.

Wer sich bereits am Anfang wehrt, bleibt meistens davon verschont, wer eine(n) anständige(n) Sachbearbeiter(in) hat, ebenso. Die neuen Hürden für Alleinerziehende und ihre Kinder hat die „Heute-Show“ thematisiert. Weitere Arbeit und Frust für die Alleinerziehenden steckt in der Größe der angemessenen Wohnung. Ein Kind braucht Platz zum Spielen und Schlafen. Obwohl die Wohnungsgröße eine Langzeitentscheidung ist, sollen auch dabei die Betreuungstage gezählt werden!

Weitere Informationen erhalten Sie durch Nutzung der Suchmaschine auf unserer Homepage, einfach mal ausprobieren! Die Beachtung der sozialen Auswirkungen wird immer zwingender. Wir arbeiten daran! Die Frage „Was kann ich machen?“ ist einfach zu beantworten: Wir haben auf dem Marktplatz noch viel Platz und ein Offenes Mikrofon. Wir sind gespannt auf Ihre Meinung und Erfahrung! Montagsdemo, Kopf zeigen: Ich will die Zukunft lebenswert gestalten!

Hans-Dieter Binder (DIE LINKE, so:leb – Sozialer Lebensbund)