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13. Februar 2010

GEW: Oberschulen brauchen sofort massive Unterstützung bei der Inklusion

Schule ist aus.

Im neuen Schulgesetz ist vorgesehen, dass behinderte und nicht-behinderte Kinder künftig gemeinsam zur Schule gehen. Und zwar schon im nächsten Schuljahr, d.h. nach den kommenden Sommerferien. Auf diese Umstellung ausreichend vorbereitet sind offenbar weder Lehrer, noch Eltern noch die Schulbehörde. Der Skandal dabei: die Gymnasien werden von dieser großen Aufgabe einer gemeinsamen Schule ausgenommen. "Inklusive Schule" gilt nicht für sie. Wir berichteten. 

Im nächsten Schuljahr werden beim Übergang in die 5. Klasse zwei Drittel aller Kinder mit anerkanntem sonderpädagogischem Förderbedarf  in den Bereichen Lernen, Sprache, Verhalten an eine Oberschule wechseln. Alle beteiligten Lehrkräfte stehen somit vor einer erheblichen Veränderung ihrer pädagogischen Arbeit. Die GEW fordert jetzt in einer Stellungnahme Behörde und Politik auf, die Pädagoginnen und Pädagogen dafür ab sofort massiv zu unterstützen.

Der nun beschrittene Weg hin zu einer inklusiven Schule wird von der GEW ausdrücklich begrüßt, denn Kinder dürfen nicht aussortiert werden. Schwerpunkt der Entwicklung muss es sein, im Rahmen von Binnendifferenzierung alle Kinder individuell zu fördern. Dafür sind folgende Bedingungen sofort zu erfüllen:

  • Die Klassenfrequenzen für die Inklusionsklassen an den Oberschulen müssen gegenüber der jetzigen Richtgröße 22 abgesenkt werden.
  • Höchstens 4 SchülerInnen mit individuellen Problemlagen dürfen diesen Klassen zugeordnet werden statt wie jetzt geplant 5.
  • Jede Oberschule muss mindestens eine ganze Sonderschulkraft im ersten Übergangsjahr erhalten, um auf Anfangsschwierigkeiten eingehen zu können und ein pädagogisches Konzept erarbeiten.
  • Diese SonderschullehrerInnen müssen umgehend benannt werden, damit sie schon jetzt gemeinsam innerhalb der neuen Jahrgangsteams mitarbeiten.
  • Weitere pädagogische MitarbeiterInnen sind durch die Bildungssenatorin einzustellen und inhaltlich auf deren Aufgaben im Rahmen der Inklusion vorzubereiten.
  • Schnellstmöglich benötigt werden ausreichende Fortbildungsangebote durch das Landesinstitut für Schule (LIS) mit entsprechenden Freistellungen für die teilnehmenden KollegInnen zu inklusiver Beschulung, Umgang mit Heterogenität, Binnendifferenzierung und Unterrichtung von Schülerinnen und Schüler mit individuellen Problemlagen.

Die Kolleginnen und Kollegen an den Oberschulen sind gewohnt, alle Kinder in ihren  Klassen dort abzuholen, wo sie vom Lernstand her sind. Der gute Wille, die bisherige Berufserfahrung und das Engagement der Lehrkräfte allein reichen aber für die Aufgabe der Inklusion nicht aus. Deshalb brauchen sie massive Unterstützung!
(sh)