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14. Dezember 2009

Demonstration der bildungsstreikenden SchülerInnen und StudentInnen

Demo durch den Ostertorsteinweg

Beginn auf dem Bahnhofsvorplatz

Prof. Dr. Wolfgang Jantzen

Christian Gloede-Noweck, Sprecher der GEW Bremen. Fotos: Michael Mork

Das Wetter hatte ein wenig „Einsehen“: Pünktlich zum Beginn der Kundgebung, zu der sich am 10. Dezember wohl ca. 1000 TeilnehmerInnen auf dem Bahnhofsvorplatz eingetroffen waren, besserte sich die Lage – der graue Dauernieselregen ließ nach. Alle hätten diesen Wechsel auch gern als Ergebnis ihrer Aktivitäten gegen die herrschenden, katastrophalen Zustände im Bildungsbereich gehabt – leider wird das aus bekannten Gründen doch wohl noch etwas länger dauern.

So kritisierte Wolfgang Jantzen, Professor an der Uni Bremen, insbesondere die Demontage basisdemokratischer Mitbestimmungsstrukturen, die gerade den kritischen Geist von Lehre und Forschung der Universität in den 70er-Jahren ausgemacht haben. Verbunden war dies mit einer bundesweiten Diffamierungskampagne der Bremer Uni als „roter Kaderschmiede“, doch – so Jantzen – rot sei in vielen anderen Ländern anerkannt als Alternative zur herrschenden Politik. Die Streichung ganzer Studiengänge wie z.B. Sportwissenschaft oder Behindertenpädagogik, die sich deutlich in ihren Forschungs- und Lehrinhalte an Zielen der UN- Menschenrechtsdeklaration und nicht in erster Linie an Verwertungsinteressen orientiert hätten, stehen nach seiner Einschätzung auch für die andauernde neoliberale Kehrtwende in der gesamten Bildungspolitik. Er begrüßte nachdrücklich die Protestmaßnahmen von SchülerInnen und Studierenden, um auf diesem Weg und auch durch seine Unterstützung das Anliegen der Mehrheit der Bevölkerung nach besserer, demokratischer Bildung deutlich zu machen.

Christian Gloede-Noweck, Sprecher der Bremer GEW, forderte die Einlösung des finanziellen Ziels von 40 Milliarden €; diese Summe war im Berliner Hochschulpakt als zusätzliche Investitionssumme genannt worden. Es könne nicht angehen, dass darauf gerichtete Aktionen von Lernenden und Lehrenden kriminalisiert und – wie an der Uni in Frankfurt geschehen -  von brutalen Polizeieinsätzen unterdrückt würden. Er sicherte den Protestierenden und Streikenden die Solidarität der Bildungsgewerkschaft zu. Er kritisierte, dass die bundesweit wie auch in Bremen herrschende Bildungspolitik, statt über klare Prioritätensetzung einen deutlichen Beitrag zur Armutsbekämpfung zu leisten, in allen Bildungsbereichen herkunftsbedingte Ausgrenzung vorantreibt. Er freute sich mit den hier versammelten jungen Menschen: Die Politik brauche ihren Druck, die Gewerkschaften ihren Schwung – sie halten alles in Bewegung.

Auf der anschließenden Demonstration durch die Bremer Innenstadt und das Ostertor machten SprecherInnen der Bremer Asten sowie Schülerinnen und Schülern die Bevölkerung auf ihre Anliegen mit vielfältigen Beiträgen, mit phantasievollen Transparenten und kräftigen Sprechchören („Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“) aufmerksam.
Michael Mork