27. August 2018

Soll der Bremer Bahnhofsvorplatz nach dem Kanzler der "blühenden Landschaften" benannt werden?

Vor gut einem Jahr verstarb der sechste Bundeskanzler der Bundesrepublik.

Die CDU schlägt nun vor, den Bahnhofsvorplatz zum „Helmut-Kohl-Platz“ umzubenennen. Eine gute Idee?

Dazu äußert sich im Weser Report in der Rubrik "Pro & Contra" unter anderem Claudia Bernhard.

 

Politiker verewigen sich und ihresgleichen gerne, indem sie Straßen und Plätze nach anderen Politikern benennen. Es ist fraglich, ob das eine gute Idee ist – es nährt jedenfalls den verbreiteten Eindruck, Parteien würden sich selbst wichtiger nehmen als die Probleme der Bevölkerung.

Am Bahnhof gibt es auf der Nordseite schon die Theodor-Heuss-Allee, nach dem ehemaligen Bundespräsidenten (FDP), und den Willy-Brandt-Platz, nach dem ehemaligen Bundeskanzler (SPD). Muss da jetzt wirklich mit Helmut Kohl noch die CDU zum Zuge kommen? Nein, muss sie nicht. Helmut Kohl ist mit Bremen nicht so eng verbunden, dass ein derart zentraler Platz nach ihm benannt werden sollte.

Der Bahnhof braucht nicht noch mehr Politikernamen auf den Straßenschildern, „Bahnhofsplatz“ ist auch kein schlechter Name. Und wenn der Platz nach einer Person benannt werden sollte, dann wäre endlich mal eine Frau an der Reihe.