5. April 2017

Schluss mit geschlechterdiskriminierender Werbung!

Grafik-Quelle: www.dielinke-sachsen.de

Vom Rück-Cover eines Magazins abfotografiert

Der Senat hat ein Verfahren beschlossen, mit dem künftig sexistische Werbung auf öffentlichen Werbeflächen bei der Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) gemeldet und entfernt werden kann, wenn sie gegen die „Leitlinien zur Vermeidung sexistischer und/oder diskriminierender Werbung verstoßen“.

Damit wird ein Bürgerschaftsbeschluss von 2014 umgesetzt, der auch einen Änderungsantrag der Linksfraktion beinhaltete, der einige Punkte des Koalitionsantrags konkreter fasste.

Claudia Bernhard, frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft, dazu: „Es ist gut, dass Bremen dieses Thema endlich angeht und damit eine Vorreiterrolle einnimmt, insbesondere nachdem Justizminister Maas entsprechende Pläne für ein bundesweites Verbot sexistischer Werbung inzwischen begraben hat.“

Oft werde das Vorgehen gegen sexistische Werbung missverstanden, als Kritik an Nacktheit oder erotischen Darstellungen. Dabei gehe es vielmehr um reduzierende Rollenbilder oder die Darstellung von abwertenden Verhaltensweisen gegenüber einer Personengruppe, die auch Männer betreffen können, sich gegenwärtig aber vor allem auf Frauen bezögen, indem ihnen beispielsweise leichte sexuelle Verfügbarkeit unterstellt werde. Ebenso werde die Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion oder Alter untersagt.

„Es geht vor allem darum, ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen. Werbung ist nicht nur einfach nur ein Spiegel der Gesellschaft, sondern kann aktiv dazu beitragen, bestehende Ungleichheiten nicht weiter zu zementieren, sondern Geschlechterrollenstereotypen aktiv zu hinterfragen. Die Regelung ist somit auch ein Signal an die Werbeverantwortlichen in den Agenturen, sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen und kreative Ideen zu entwickeln, statt immer wieder die gleichen Klischees zu bemühen“, so Bernhard abschließend.