6. Juli 2017

Reichtum höher besteuern?

Quelle: C. Hanebeck

Jeweils mittwochs erscheint im Weser-Report die Rubrik 'Pro und Contra'. Hier äußern sich Politiker*innen oder Vertreter*innen von Institutionen und Verbänden zu aktuellen Themen.

Aktuell: die Frage, ob Reichtum höher besteuert werden sollte.

Doris Achelwilm, unsere Spitzenkandidatin für den Bundestag, bezieht im Weser Report für DIE LINKE Stellung:

Bremen hat 164 Millionäre mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 3,3 Millionen Euro. Gleichzeitig führt Bremen regelmäßig die Armutsstatistiken an. Diese soziale Spaltung hat viel mit einer Steuerpolitik zu tun, die große Einkommen und Kapitaleinkünfte begünstigt. Jeder „Normalverdiener“ zahlt im Verhältnis mehr Abgaben und Steuern als Menschen, die Millionengehälter oder hohe Gewinne mit Kapitalanlagen machen. Was ist daran sinnvoll oder gerecht?

Die Bevorteilung von Vermögenden auf Kosten der Allgemeinheit muss gestoppt und vom Kopf auf die Füße gestellt werden: Soziale Gerechtigkeit gibt es nur, wenn die Mehrheit der Beschäftigten entlastet, Armut bekämpft und Reichtum angemessen besteuert wird. Ein Spitzensteuersatz von 53 Prozent hat 1990 keinen auf die Palme gebracht. Heute kommen Topverdiener deutlich besser weg, während bei Hartz-IV-Beziehenden jeder Euro dreimal umgedreht wird. Das kann so nicht bleiben.