23. Dezember 2017

Morgen Kinder wird´s nichts geben…

Foto: www.facebook.com/ LinksjugendSolidRoteNeustadt/

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Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich spiegelt sich in der Spaltung der Stadtteile wieder. Kinder aus einkommensarmen Ortsteilen sind 30mal häufiger von materieller Armut betroffen als Kinder aus privilegierten Ortsteilen. Mit fatalen Folgen: Kinder aus benachteiligten Stadtteilen haben eine kürzere Lebenserwartung, geringere Chancen auf einen Bildungsabschluss oder einen existenzsichernden Arbeitsplatz.

Jetzt zur Weihnachtszeit können die Festtage für arme Menschen besonders belastend sein. Gerade Kinder leiden darunter. Während viele Bremerhavener*innen und Bremer*innen mit ihren Gästen lecker Glühwein auf den Weihnachtsmärkten trinken und Geschenke für ihre Liebsten besorgen, gibt es Mütter und Väter, die ihren Kindern nur ein ganz kleines Geschenk kaufen können, weil sie kein Geld haben.

Mit einer Aktion machte eine Basisgruppe der linksjugend ['solid] auf die hohe Kinderarmut im kleinsten Bundesland aufmerksam. Die Mitglieder verteilten am Rande des Weihnachtsmarktes Plätzchen und Flugblätter.

"Nicht für alle Kinder in Bremen ist Weihnachten das Fest ungetrübter Freude. Viele, vor allem alleinerziehende Eltern, wissen oft nicht, wie sie ihren Kindern eine schöne Bescherung ermöglichen sollen. Gute Jobs sind rar und Hartz IV reicht kaum fürs nötigste", sagt Franz Rieger von der Linksjugend.

Die Linksfraktion im Bundestag fordert jetzt ein Weihnachtsgeld für Kinder und Jugendliche in Höhe des halben Kindergelds. „Zu Weihnachten gehört es auch, sich einmal im Jahr weniger Sorgen als im Alltag machen zu müssen. Für Eltern ist dabei wichtig, ihren Kindern ein schönes Fest zu ermöglichen. Für Kinder wiederum gehört es dazu, ihre Eltern sorgenfrei zu erleben“, begründet die Bundesvorsitzende der LINKEN, Katja Kipping, ihre parlamentarische Initiative.

Während viele Weihnachtsmarktbesucher*innen mit den Protestierenden ins Gespräch kamen, wollen Security-Mitarbeitende die Aktion beenden und die Aktivisten von der Treppe des Parlaments vertreiben. Nach Intervention unseres Online-Redakteures, der sie über die Rechtslage aufklärte, zogen sie aber unverrichteter Dinge von dannen, die Aktion konnte fortgeführt werden. [Red.]


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