10. Oktober 2017

Gesundheit!

Die Gruppe der LINKEN in der Stadtverordnetenversammlung begrüßt das Engagement von Beschäftigten des Klinikums Reinkenheide, die mit ihrer Teilnahme an der Gewerkschaftsaktion "Grenzen setzen gegen Überlastung im Krankenhaus" die dramatisch zugespitzte Personalsituation im Gesundheitswesen auch in unserer Stadt sichtbar machen.Gesundheit ist zu einer Ware verkommen. Mithilfe der Regierungspolitik der letzten Jahre ist der Gesundheitssektor mehr und mehr im Interesse der Erwirtschaftung privater Profite umgebaut worden. In und um Bremerhaven wurden bereits drei Krankenhäuser privatisiert. Inzwischen stehen die Beschäftigten überall unter enormen Stress. Aber auch im städtischen Klinikum ist es ähnlich. Personaldecken sind so dünn, dass Pausen oft unmöglich sind, Beschäftigte häufig aus der Freizeit zum Einspringen angefordert werden und Unmengen von Überstunden auflaufen. Seit langem spitzen sich bundesweit Kostendruck und Pflegenotstand in den Krankenhäusern zu. Während Leistungsumfang und Leistungsspektrum der Krankenhäuser erheblich erweitert wurden, wuchs die Zahl der Beschäftigten nicht mit. Darunter leiden einerseits fachliche Versorgung, Hygienestandards sowie Zuwendung für die Kranken und andererseits die Gesundheit der Beschäftigten. Dass es auch anders geht, zeigen unsere Nachbarländer. Während sich in Deutschland (im Jahr 2010) 12,3 Pflegekräfte um 100 Krankenhauspatient*innen kümmerten, waren es in den Niederlanden 29,8 und in Norwegen sogar 42,9.

Petra Brand, Stadtverordnete der LINKEN erklärt dazu: „Der Pflegenotstand gefährdet den Genesungsprozess der Patient*innen und die Gesundheit des gehetzten Pflegepersonals in unzumutbarer Weise. Ein Arbeitsalltag, der krankmacht, ist nicht akzeptabel. Die Stadt muss in allen Einrichtungen - seien sie in kommunaler oder privater Trägerschaft - die Einhaltung der Rechte der Arbeitnehmer*innen verlangen und gewährleisten. Bundesweit fordert DIE LINKE 100 000 Pflegekräfte mehr und eine neue gesetzliche Personalbemessung. Mehr Pflegerinnen und Pfleger sind gut für uns alle."