18. März 2017

Equal Pay Day – … und jährlich grüßt die riesige Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen

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Der heutige Equal Pay Day (EPD), der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen, macht auf den bestehenden Gender Wage Gap aufmerksam und markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Praktisch bedeutet es, dass bis heute Frauen “umsonst“ gearbeitet haben. Das wäre bundesweit ein Lohn- und Gehaltsunterschied von 21 Prozent für jene Menschen, die das „falsche“ Geschlecht haben.

Die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, Claudia Bernhard, bemerkt: „Aktuell beträgt die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen im Land Bremen bis zu 25 Prozent. Das liegt über dem Bundesdurchschnitt und ist kaum eine Verbesserung gegenüber den Vorjahren. Vom Ziel des gleichen Lohns für gleiche und gleichwertige Arbeit bleiben wir so bis auf Weiteres meilenweit entfernt. Es ist ein Trauerspiel.“

Das aktuell von Bundesfrauenministerin Schwesig (SPD) eingebrachte Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit werde daran auch nichts Wesentliches ändern, so Bernhard weiter.

„Mehr Transparenz für Entgeltstrukturen in den Unternehmen zu schaffen, ist ja nicht verkehrt. Aber dass es dann in der Praxis wieder überwiegend in der individuellen Verantwortung der Frauen liegen wird, eine gerechte Bezahlung einzufordern, hilft wenig. Auch wird ein Großteil der Unternehmen davon nicht betroffen sein, da das Gesetz erst ab einer Mitarbeitergröße von 200 Beschäftigten greift.“

Sinnvoller sei es aus Bernhards Sicht, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Lohnungerechtigkeiten von vornherein ausschließen. Island mache es mit seiner neuen Gesetzesinitiative vor.

Dort sollen Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeiter*innen künftig verpflichtend nachweisen müssen, dass sie ihre Angestellten unabhängig vom Geschlecht gleich bezahlen. „Es gibt also durchaus verbindliche Möglichkeiten. Auch hierzulande wäre es wirklich an der Zeit, eine Politik der zaghaften Minischritte zu überwinden und stattdessen klar zu sagen, dass die Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz beendet werden muss und Arbeitgeber*innen entsprechend in die Pflicht zu nehmen sind“, so Bernhard abschließend.