In den letzten Tagen ist in Bremen eine heftige Diskussion zu der Boykottaktion gegen Früchte aus Israel, zu der das Bremer Friedensforum (Arbeitsgruppe Nahost), dem Arbeitskreis Süd-Nord Bremen und der Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg aufgerufen hatten, entbrannt.
Der Bremer LINKEN, die auf ihrer Homepage über die Aktion berichtete, wurde Antisemitismus vorgeworfen. Außerdem wurde behauptet, die Gruppe "AK Süd-Nord" sei ein Arbeitskreis der LINKEN. Diese Aussage ist falsch, es gibt keinerlei institutionelle oder andere Verbindungen zwischen der Bremer LINKEN und dem "AK Süd-Nord". Die Bremer LINKE hat nicht zum Boykott israelischer Waren aufgerufen und wird dies auch in Zukunft nicht tun. Nachfolgend stellen wir nochmals die Eckpunkte der LINKEN zum Herangehen an den israelisch-palästinensischen Konflikt dar, die wir für zielführend und unterstützenswert halten.
Eine tragfähige Regelung des Konflikts ist nur zu erreichen, wenn:
Als erste notwendige Schritte auf diesem Weg erachten wir,
Gerade eingedenk der aus der deutschen Geschichte herrührenden besonderen Verantwortung gegenüber Israel kann uns niemand das Recht streitig machen, an israelischer Politik, die unmissverständlich im Widerspruch zum Völkerrecht und universellen Menschenrechtsprinzipien steht, Kritik zu üben. Wenn eine solche Kritik an der Politik Israels jedoch mit antijüdischen Klischees und Stereotypen vermengt wird – von wem auch immer in Deutschland oder anderswo -, so weisen wir dies strikt zurück. Das gilt insbesondere für jedweden Vergleich mit dem Holocaust. Kritik an Israel darf niemals antisemitisch sein. Antisemitismus ist keine politische Kritik; er ist, wie jede Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, menschenverachtend. Aufrufe zum Boykott israelischer Waren können von uns auch aus historischen Gründen nicht mitgetragen werden. Stattdessen fordern wir dazu auf, sich für ein Importverbot solcher israelischer Waren einzusetzen, die aus den Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten stammen. Diese Forderung entspricht einem EU-Beschluss, der erneuert und konsequent eingehalten werden muss. Ein konstruktiver Beitrag dazu wäre beispielsweise palästinensischen Produkten eigene "Trademarks" zu verleihen und den Internationalen Handel mit solcherart gekennzeichneten Produkten zu fördern. Damit würde die wirtschaftliche Eigenständigkeit eines palästinensischen Staates international gefördert werden.
Einen konkreten Beitrag der deutschen Politik sehen wir darin, den in Deutschland mit Duldungsstatus lebenden Palästinenserinnen und Palästinensern ein ständiges Bleiberecht einzuräumen.
Als Antikriegs- und Friedenspartei sehen wir es als unsere vordringliche Aufgabe an, das Lager der Friedenswilligen weiter zu verstärken und zu vergrößern.
(Grundlagen der Erklärung: Beschluss des Geschäftsführenden Parteivorstandes vom Mai 2009, Beschluss der Bundestagsfraktion vom April 2010)
Agnes Alpers, MdB, DIE LINKE.
Landesvorstand, DIE LINKE. Bremen
Michael Horn, Kreissprecher DIE LINKE. Bremen-Nord/West
Christian Wechselbaum, Sprecher Kreisverband DIE LINKE. Bremen-LdW
Andreas Hein, Landesgeschäftsführer DIE LINKE. Bremen