Gewerkschaften wollen am 24. September 2010, dem „Tag der Weiterbildung 2010“, auf dem Markplatz die Öffentlichkeit über ihre prekäre Beschäftigung informieren.
Unter dem Titel „Mehr als nur ein Butterbrot?!“ fand 24. August in der Bremer VHS eine gemeinsame Veranstaltung von GEW und ver.di für „DozentInnen“ im Erwachsenen- und Weiterbildungsbereich statt. Sie sind für Ihre unterrichtende Tätigkeit hoch qualifiziert, leisten professionelle Arbeit werden aber gleichzeitig mit skandalös niedrigen Stundenhonoraren abgespeist.
Aktuelle Informationen zur Sozialversicherungspflicht ließen keinen Zweifel, dass KollegInnen völlig unzureichend sozial abgesichert sind. Zunehmende Privatisierung des Weiterbildungsbereichs und die Novellierung des Bremischen Bildungsurlaubsgesetzes haben zu weiteren Verschlechterungen ihrer Arbeitsbedingungen geführt. Um dem pädagogischen Tagelöhnertum zu begegnen, stehen Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen in einem Branchentarifvertrag und die sofortige, drastische Anhebung der Stundenvergütung auf ihrem Stundenplan.Diskutiert wurden auch gerichtliche Schritte, die von den Gewerkschaften angegangen wurden und zur Klärung ihres Status - selbstständige oder weisungsgebundene Tätigkeit - führen sollen.
Viele Beiträge unterstrichen den Skandal, einerseits in öffentlichen Erklärungen der etablierten BildungspolitikerInnen gebetsmühlenartige Zusicherungen zur Bedeutung lebenslangen Lernens zu hören, andererseits jedoch genau dort immer auf taube Ohren und das Scheinargument leerer Kassen zu stoßen, wenn es um entsprechende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen geht. Und diese Beteuerungen schützen auch nicht vor skrupellosen Kürzungen im Bereich der Erwachsenen- und Weiterbildung. Hier ist stetiger Gegendruck erforderlich: die mit einem Euro mehr pro Stunde immer noch viel zu gering ausgefallene Erhöhung der VHS-Honorare vom August 2008 konnte nur durch starken öffentlichen Druck und parlamentarische Begleitung durch die Bremer Linksfraktion erstritten werden. Hieran soll angeknüpft werden.
Deshalb wurden Vorschläge der GewerkschafterInnen außerordentlich begrüßt, ein „Bremer Netzwerk für Beschäftigte in der Weiterbildung“ zu gründen sowie die offizielle Showveranstaltung am 24.09. - den bundesweiten „Tag der Weiterbildung 2010“ - auf dem Bremer Markplatz für Aktionen der Betroffenen zur Information der Öffentlichkeit zu nutzen.
Agnes Alpers (Bremer MdB, Linksfraktion) und Michael Mork, bildungspolitischer Sprecher des Bremer Landesvorstands der Partei DIE LINKE solidarisieren sich mit den Forderungen der Betroffenen und sagten für weitere Aktionen ihre Unterstützung zu.
Michael Mork