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1. Oktober 2008 Veranstaltungen

Braucht Bremen einen „Masterplan Armutsbekämpfung“?

Für Linke ungewöhnlich pünktlich, natürlich im Rahmen der akademischen Viertelstunde, begann die Abendveranstaltung zum „Masterplan Armutsbekämpfung“ am 30. September 2008 im Konsul-Hackfeld-Haus. Über 80 Personen lauschten gebannt den Argumenten der PodiumsteilnehmerInnen Claudia Bernhadt, Prof. Dr. Wolfram Elsner und des Moderators Klaus-Rainer Rupp, warum gerade jetzt Handlungsbedarf für eine übergreifende Gesamtstrategie gegen Armut im Land Bremen besteht. Müssen doch über 30 Prozent (2007) aller Kinder im kleinsten Bundesland von Hartz IV leben, 50 Prozent mehr als noch 2002. Auch sterben Menschen in armen Stadtteilen wie Gröpelingen durchschnittlich acht Jahre früher als in reicheren Quartieren wie zum Beispiel in Oberneuland oder Schwachhausen.

Wolfram Elsner ging in seinem Eingangsreferat auf die Hintergründe und Ursachen der Armut aus der globalen Perspektive ein. Globalisierung sei ein „neoliberaler Masterplan der Armutsproduktion“, Bremen diene dazu als regionales Pilotprojekt.

Claudia Bernhardt schärfte in ihrem Vortrag den Blick von unten und erzählte von ihren ganz persönlichen Erfahrungen aus der KiTa-Elternarbeit und als stellvertretende Beirats-Ausschusssprecherin für Bildung (in Horn-Lehe) im Umgang mit der, in den Stadtteilen vorhandenen Armut.

In der anschließenden Diskussionsrunde waren sich das Publikum und die ReferentInnen einig, dass der von der Linksfraktion in die Bremische Bürgerschaft eingebrachte Antrag zum „Masterplan Armutsbekämpfung“ mehr als überfällig und somit dringend notwendig ist. Diese Parlamentsinitiative der LINKEN wird in der kommenden Woche im Bremer Landtag debattiert.

Am Schluss der Veranstaltung wurde vom Bürgerschaftsabgeordneten Klaus-Rainer Rupp ein Aufruf vorgestellt. Darin wird ein ein integriertes, zielorientiertes Konzept zur Armutsbekämpfung gefordert.