14. Juni 2018

287 Hortplätze für Grundschulkinder fehlen – LINKE fordert zusätzliche Gruppen

Endlich hat das Ressort für Kinder und Bildung die Zahlen vorgelegt, wie viele Kinder für das kommende Schuljahr 2018/19 keinen Platz in einer Nachmittagsbetreuung bekommen haben. Nach Abschluss des Vergabeverfahrens am 30. April 2018 waren noch 368 Kinder unversorgt, diesen standen noch 81 offene Plätze in Horten gegenüber. Diese offenen Plätze sind jedoch nicht immer in den Ortsteilen, in denen die Bedarfe vorhanden sind. Daher fehlen rechnerisch 287 Hortplätze in der Stadt Bremen, in der Praxis wahrscheinlich sogar noch etwas mehr. Besonders vom Mangel betroffen sind Blumenthal (87 fehlende Plätze) und Huchting (56), aber auch in Walle, Findorff, Horn-Lehe oder Osterholz stehen noch über 20 Kinder auf Wartelisten. Die Zahlen unversorgter Kinder im Grundschulalter wurden dieses Jahr erstmals von der Senatorin für Kinder und Bildung veröffentlicht, nachdem aufgrund einer Bürgerschaftsinitiative der Fraktion DIE LINKE die statistische Erfassung des Bedarfes verändert wurde.

Kristina Vogt, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, kommentiert die Zahlen: „Wir haben ja schon immer geahnt, dass es viele unversorgte Grundschulkinder bei der Nachmittagsbetreuung gibt, nun haben wir es schwarz auf weiß. Die konkrete Höhe erschreckt uns dann aber doch noch einmal, 287 fehlende Hortplätze stellt eine unerwartet große Zahl dar. Für die betroffenen Eltern ist die Unterversorgung eine Katastrophe. Sie wissen nicht, wie sie ihre Berufstätigkeit aufrechterhalten sollen, da sie ihre sechs- oder siebenjährigen Kinder ja schlecht nachmittags allein lassen können. Besonders die Berufstätigkeit alleinerziehender Eltern, das sind meistens Frauen, wird so gefährdet. Betroffen macht mich, dass die Unterversorgung besonders arme Stadtteile trifft. Die vom Senat versprochene aufholende Entwicklung hat nicht stattgefunden."

Als Ursache des Mangels macht Vogt die schlechte Koordinierung von Ganztagsschulausbau und Hortplanung beim Senat aus: „Der Senat hat seit Jahren verkündet, mehr Ganztagsschulplätze zu bieten und deswegen keine Hortplätze mehr zu brauchen. Dementsprechend hat er kontinuierlich Hortplätze abgebaut, mehr als 650 sind seit 2009 verschwunden. Zumindest ein Teil dieser Plätze wird nun dringend gebraucht. Wir fordern, dass mindestens 10 Hortgruppen zum Sommer 2019 reaktiviert werden, um den Bedarf bei der Nachmittagsbetreuung aufzufangen. Zum jetzt beginnenden Schuljahr erwarten wir, dass der Senat den betroffenen Eltern Übergangslösungen anbietet."