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9. November 2011

10. November: Warnstreik auf der Hütte

Der Hochofen von ArcelorMittal beim Abstich.

Nachdem die zweite Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt der Stahlindustrie ergebnislos verlaufen ist, ruft die IG Metall ihre Mitglieder auch in Bremen zu Aktionen auf. Bei ArcelorMittal Bremen wird am Donnerstag, 10. November ab 12 Uhr ein Warnstreik stattfinden. Zur Untermauerung der Forderung werden die Kolleginnen und Kollegen der Hütte gemeinsam und medienwirksam um 13 Uhr "Bremens größte "Beschäftigungsbrücke" bilden.

Kundgebungsort ist vor der Hauptverwaltung von ArcelorMittall Bremen, Carl-Benz-Str. 30 in 28237 Bremen.

  • Den Auftakt zu den Warnstreiks in der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen gab es heute in Krefeld bei ThyssenKrupp Nirosta, Deutsche Edelstahlwerke sowie Schmolz und Bickenbach. Ab 9.00 Uhr standen die Produktionen vollständig. 500 Beschäftigte versammelten sich zu einer Kundgebung auf dem Werksgelände von ThyssenKrupp Nirosta.
  • In Georgsmarienhütte begann um 8.30 Uhr der Warnstreik mit Stillstand der Produktion für 2 Stunden. Zur Kundgebung mit anschließendem Warnstreikfrühstück kamen ab 9.30 Uhr über 500 Beschäftigte der Georgsmarienhütte GmbH zusammen. Die gesamte Frühschicht, viele der Angestellten und alle Auszubildenden habe sich beteiligt.
  • In Witten waren am Vormittag 600 Beschäftigte zur Kundgebung vor das Werkstor der Deutschen Edelstahlwerke gezogen. Auch hier ruhte die Produktion vollständig.
  • In Siegen-Geisweid beteiligten sich 300 Beschäftigte der Deutschen Edelstahlwerke Südwestfalen an dem Warnstreik und der Kundgebung vor dem Werkstor. Auch hier ging in der Produktion nichts mehr.

Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter NRW: "Unsere Forderungen sind klar, berechtigt und wirtschaftlich vertretbar. Wir wollen 7 Prozent mehr, die unbefristete Übernahme zur Regel machen und einen besseren Altersausstieg. Doch die Arbeitgeber zögern uns ein Angebot zu machen. Die Antwort unserer Tarifkommission könnte nicht eindeutiger ausfallen: 100 Prozent für Warnstreiks. Jetzt machen wir Druck, für eine zügige und faire Lösung am Verhandlungstisch statt weitere Spiele auf Zeit."

Schon am 8. November waren Auszubildende aus Bochum, Bremen, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Georgsmarienhütte, Hagen, Krefeld, Lüdenscheid, Mülheim und Siegen zur Kundgebung für die unbefristete Übernahmen zum Verhandlungsort gekommen. Am 10. November 2011 wird es besondere Warnstreikschwerpunkte im Duisburger Norden und Süden, in Salzgitter, Bochum und auch in Bremen geben.

Die IG Metall fordert die Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 7 Prozent. Für die Auszubildenden geht es um die unbefristete Übernahme, für die Älteren um einen verbesserten tariflichen Anspruch bei der Altersteilzeit. Die Laufzeit der Tarifverträge für Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen endete am 31. Oktober 2011. Seit dem 1. November 2011 besteht keine Friedenspflicht mehr. Betroffen sind rund 75.000 Beschäftigte.
(sh)