Montagnachmittag, am 12. September 2011, traten die Beschäftigten der Spinnbau GmbH in Bremen-Farge in den Warnstreik. Das traditionsreiche Unternehmen Spinnbau in Bremen Farge stellt Spezialmaschinen für die Tuchherstellung her. Es wurde 1996 an die Dilo Group in Ebersbach verkauft. Zehn Jahre später verabschiedete sich die Firmenleitung aus dem Tarifgefüge, ausgebildet wird in Farge auch nicht mehr. In Gebäude und Maschinen wird dem Vernehmen nach nicht mehr wirklich investiert, obwohl die Auftragslage gut ist. Die Maschinen werden ausschließlich ins Ausland verkauft, da es in Deutschland keine nennenswerte Textilindustrie mehr gibt.
Von den noch etwa 60 Beschäftigten der Firma fand sich daher heute ein großer Teil vor der Firma zusammen, um eine Wiederanbindung an den Tarifvertrag zu fordern. Unterstützung erhielten sie von den Kollegen der Lürssen Werft, Thyssen Krupp Engineering Systems (ehemals Johann A. Krause) und einigen anderen Firmen. Auch die Kreismitgliederversammlung des Kreisverbandes Nordwest der LINKEn übermittelten eine Solidaritätsadresse. Vor Ort waren Vertreter der Linksfraktion im Blumenthaler Beirat.
Wie Volker Stahmann, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Bremen, erläuterte, liege das Entgelt der Beschäftigten 5,7 Prozent unter dem Flächentarif. Die Arbeitnehmer kämpfen für einen Haustarifvertrag, der ihre Einkommen stufenweise an den Flächentarif heranführen soll. Wie die "Norddeutsche" heute (13. September 2011) berichtet, habe die Geschäftsführung vor dem Warnstreik alle Beschäftigten kurzfristig zu einer Mitarbeiterversammlung zusammengerufen, "offenbar, um die Anwesenden noch einmal einzuschüchter". So jedenfalls die Einschätzung von Eckhard Masemann, dem Betriebsratsvorsitzenden bei Spinnbau.
Anke Krohne
Bericht und Fotos übernommen aus: http://www.die-linke-bremen-nord.de