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20. Februar 2010

Betriebsräte aus Bremen-Nord fordern "runden Tisch"

Am 19. Februar tagten in Bremen-Vegesack Betriebsräte der IG-Metall aus Betrieben der Metall- und Elektroindustrie und des Schiffbaus aus Bremen-Nord und umzu. Die Konferenz hat die folgende Erklärung beschlossen:

"Mit Unmut und Sorge beobachten zur Zeit Betriebsräte und  Beschäftigte in den Betrieben der Metall- und Elektro-Industrie in Bremen-Nord die Entwicklung in ihrer Region. Trotz vielfältiger Anstrengungen verantwortlicher politischer Stellen, ist es nicht gelungen, dem Verlust an Arbeitsplätzen, insbesondere bei der Vulkanwerft entgegenzuwirken.

Neben dem Abbau der Arbeitsplätze hat auch die Qualität der Arbeit und die Höhe des Einkommens bei Neuansiedlungen Auswirkungen auf die Situation der Menschen in Bremen-Nord. Auf dem Vulkangelände ist nur Lürssen im Flächentarif. Leiharbeit mit all ihren Problemen ist der "Normalfall". Eine sinkende Kaufkraft  ist überall zu spüren. Von einer "Industriepolitik" der Politik ist wenig zu sehen. Politik beschäftigt sich - wenn auch streitend -parteiübergreifend mit dem "Blauen Band",  einer wichtigen Markthalle auf dem Sedanplatz und immer wieder gerne mit der Kramer-Immobilie.

Mit dem endgültigen Aus für die  Bremer Wollkämmerei zum Jahresende ist eine weitere Industriebrache entstanden, deren Zukunft momentan noch in den Sternen steht.
Industrielle Kernbetriebe in Bremen Nord, wie Thyssen-Krupp-Krause oder KUKA  (LSW) kämpfen in der Wirtschaftskrise auf sich allein gestellt mit den Folgen der Unterbeschäftigung. Trotz der schwierigen Situation bei Krause hat weder ein Lokalpolitiker aus Bremen-Nord, noch ein Ortsamtsleiter sich bislang erkundigt, ob er helfen kann. Die Folgen der Wirtschaftskrise für die Klein- und Mittelbetriebe in den unterschiedlichen Branchen sind momentan noch nicht überschaubar. Dabei liegt die Arbeitslosenquote in Bremen-Nord schon jetzt bei 12,2%.

An alle in Bremen-Nord vertretenen politischen Parteien, aber auch an die Landesregierung und das Wirtschaftsressort, ergeht daher die dringende Aufforderung, den weiteren wirtschaftlichen und sozialen Niedergang im Bremer Norden zu stoppen.

Wir fordern einen "Runden Tisch" unter Einbeziehung der Parteien, Unternehmen, von Betriebsräten und Gewerkschaften und  weiteren Bündnispartnern. Der "Masterplan Industrie" muss schnellstmöglich auf den Tisch und für Bremen-Nord abgeglichen und konkretisiert werden. Anliegen der Beteiligten muss es sein, mit allen zur Verfügung stehenden Kräften dafür zu sorgen, dass die Menschen in der Region nicht nur wohnen, sondern dass sich vor allem jungen Menschen und Familien vor Ort wieder positive Zukunfts- und Beschäftigungsperspektiven eröffnen. An die Beschäftigten in den Betrieben richten wir   den dringenden Appell,  die Folgen der Krise nicht lediglich abzuwarten, sondern sich gegenüber ihren Arbeitgebern dafür einzusetzen, dass auch sie sich an diesem Zukunftsprojekt beteiligen und einen aktiven Beitrag dazu leisten."

IG Metall-Betriebsräte Bremen-Nord