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9. Juni 2010

Arbeit darf nicht krank machen, auch nicht bei der Produktion von erneuerbaren Energien

Es ist leider ein offenes Geheimnis dass „Saubere Energie“ nicht immer sauber hergestellt wird. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist laut der IG Metall die Bremer Firma BARD Energy. Das Unternehmen wirbt auf seiner Homepage für innovative Windparks, einen nachhaltigen Klimaschutz und einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt.

Nach Informationen des zuständigen IG Metall-Sekretärs Kemal Piskin werden bei der Herstellung von Windkraftanlagen aber nicht nur gesundheitsschädliche Mittel wie der sogenannte Harzhärter Epikure eingesetzt. Auch die Arbeitsbedingungen der MitarbeiterInnen im Unternehmen sollen unzumutbar sein.

Von den 600 Beschäftigten sind gerade einmal 300 KollegInnen bei BARD Energy regulär angestellt. Wobei die Hälfte von ihnen nur einen befristeten Arbeitsvertrag hat. Die restlichen 300 MitarbeiterInnen kommen von einer Leiharbeitsfirma. Ein Tariflohn wird wohl nicht gezahlt.

Der Einsatz von Epikure in der Produktion von Windenergieanlagen führt zu gesundheitliche Kurz- und Spätfolgen, die nicht zu unterschätzen sind. So kann dieser Härter auch zu Unfruchtbarkeit, Allergien, chronischen Hautproblemen, Nasenbluten, Lungen- und Atemwegsproblemen sowie Verätzungen führen. Andreas L. (Name geändert): „Als ich vor über einem Jahr bei BARD angefangen habe, bekam ich Allergien an den Armen, den Beinen und im Gesicht. Der Juckreiz ließ mich nachts nicht schlafen. Gott sei Dank hörte es nach vier Monaten wieder auf. Gesund kann das nicht sein!“

Gründe genug, um gestern bei der Geschäftsführung des im Technologiepark Airport angesiedelten Unternehmens anzuklopfen und nachzufragen. Es ist aber unnötig hier zu erwähnen, dass die Firmenleitung gerade nicht anwesend war, als Vertreter des lokalen Bündnisses mayday gemeinsam mit dem oben genannten IG Metaller sowie dem Bürgerschaftsabge- ordneten Klaus-Rainer Rupp um ein Gespräch baten.

Doch sie wollen nicht locker lassen und wiederkommen. Der Bürgerschaftsabgeordnete kündigte an, parlamentarische Initiativen zu starten. Denn „saubere Energie darf nicht schmutzig produziert werden“, so der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion. mh