Das Klinikum Bremen-Mitte hat im neuen Jahr einen neuen Geschäftsführer für den kaufmännischen Bereich: Jürgen Finsterbusch. Er hat Erfahrungen in der Industrie (Auto-, LKW- und Flugzeugbau) und in der Gesundheitswirtschaft (kaufmännischer Geschäftsführer des Allgemeinen Krankenhauses in Hamburg-Harburg und des Allgemeinen Krankenhauses in St. Georg). Ein besonderes Interesse bringt er für Finanzierungsfragen mit.
Welches Gehalt er für sich mit der Gesundheitssenatorin für ausgehandelt hat, ist noch nicht bekannt geworden. Immerhin ist aber jetzt sichergestellt, dass die frühere Geheimhaltungspolitik über die Geschäftsführergehälter in den von der Stadt kontrollierten Gesellschaften aufhört. Der Senat beschloß nämlich am 16.01.07 einen "Public Corporate Governance Kodex" für die Freie Hansestadt Bremen und verkündete voller Stolz in einer Erklärung dazu:
"Geschäftsführer und Aufsichtsräte (sind) durch den Kodex angehalten, ihre Bezüge bzw. Tantiemen offen zu legen. (Der Senat) folgt damit der Maxime: Die Bürgerinnen und Bürger haben nicht nur Anspruch auf gute und kundenfreundliche Dienstleistungen. Sie haben auch Anspruch zu erfahren, was dieses Leistungsangebot kostet und welche Bezüge gerade in den Führungsetagen dieser Dienstleistungsunternehmen gezahlt werden. Es war - auch in Bremen - in der Vergangenheit schwer zu vermitteln, dass große börsennotierte Unternehmen Aktionären und Öffentlichkeit durchaus offenbaren, welche Gehälter ihre Spitzenmanager beziehen, während die Bezüge der Geschäftsführer öffentlicher Unternehmen immer noch als geheime Verschlusssache behandelt wurden. Insofern hat der Kodex vor allem eine Aufgabe. Er soll in den Gesellschaften und ihren Führungsetagen ständig das Bewusstsein wach halten: Gemeinwohl geht vor Eigeninteresse. Städtische Gesellschaften sind für die Stadt da - und nicht umgekehrt." Quelle: www.rathaus-bremen.de/detail.php
Das klingt richtig gut: "Gemeinwohl geht vor Eigeninteresse". Das Gehalt von Herrn Finsterbusch dürfte so um die 200.000 € plus einer erfolgsabhängigen Tantieme liegen, so dass sein Eigeninteresse wohl nicht zu kurz kommt.
Was das Gemeinwohl anbelangt, ist dieser Begriff leider extrem dehnbar. Und darüber werden zwischen Geschäftsführung und Belegschaft die Meinungen mit Sicherheit in der nächsten Zukunft weit auseinanderliegen. Denn die Hauptaufgabe wird es für den kaufmännischen Geschäftsführer in den nächsten Monaten sein, Kosten - und vor allem Personalkosten - zu senken. Alles im Rahmend des Masterplans für den Klinikum-Neubau. Wie mehrfach berichtet, soll sich diese Investition rentieren durch die Einsparungen, die gemacht werden sollen.
Für wen der Masterplan schließlich die Rendite bringt - das ist allerdings immer noch nicht geklärt. Es war ja mehrfach von der Gesundheitssenatorin versprochen worden, dass die PPP-Investoren bis Ende Dezember 2007 Zeit haben, die Konditionen genau zu kalkulieren und ihr Angebot abzugeben. Bis jetzt ist aber noch nichts bekannt geworden. (sh)