Das "Soziale Bündnis", gebildet anlässlich des "heißen Herbstes" von DGB, allen Einzelgewerkschaften, Arbeitnehmerkammer, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, Diakonie, der Paritätischen und dem Bremer Anti-Krisen-Bündnis hatte am 27. Oktober zu Demonstration und Kundgebung gegen die "Rente mit 67" aufgerufen. Aktiv bei der Organisation war dieses Mal vor allem die IG Metall, die ihre Betriebsräte, Vertrauensleute und Mitglieder besonders zur Teilnahme aufgerufen hatte. Die Demonstration startete um 11 Uhr am Tor 7 vom Mercedes-Werk in der Hermann-Koenen-Straße und zog dann direkt zur Berliner Freiheit in der Vahr, wo um 12.30 Uhr die Kundgebung begann. Die Beteiligung war gut. 2000 bis 3000 beteiligten sich. Außer den Kolleginnen und Kollegen aus dem Daimler Werk waren vor allem auch Belegschaften aus anderen Metall-Betrieben (ArcelorMittal, Airbus, Siemens, mdexx, Gestra, Lloyd Dynamo-Werke u.a.) mit vielen Fahnen und Transparenten stark vertreten.
Volker Stahmann, 2. Bevollmächtigter der IGM Bremen, begrüßte besonders die Delegation von den Atlas-Werken, die zur Zeit in Ganderkesee, Delmenhorst und Vechta ihren harten Arbeitskampf führen und die direkt nach ihrer Kundgebung nach Bremen gefahren waren. Werner Magnus, Betriebsratsvorsitzender der Atlas Maschinenbau GmbH, schilderte eindringlich den bisherigen Verlauf des Arbeitskampfes. Detlef Wetzel (2. Vorsitzender der IGM) und Jutta Blankau (Bezirksleitung IGM-Küste), ebenfalls direkt aus Ganderkesee gekommen, ergriffen danach das Wort. Schon jetzt würden nur 21 Prozent der 60 bis 64-jährigen noch in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis sein. Die Heraufsetzung des Rentenalters wäre daher nichts anderes als ein Rentenkürzungsprogramm. Wetzel warf der Bundesregierung vor, Politik zugunsten der mächtigen Interessengruppen zu betreiben - gegen den mehrheitlichen Willen der Bevölkerung.
Die große und lautstarke Beteiligung an der Demonstration zeigt, dass das Thema "Rente mit 67" stark mobilisierungsfähig ist. Das Thema betrifft viele Kolleginnen und Kollegen direkt. Und gerade von Daimler-Kollegen kam immer wieder die Einschätzung, dass gerade angesichts der jetzigen hohen Arbeitsintensität die Herabsetzung des Rentenalters die richtige Forderung wäre. (sh)