Die IG Metall ruft die Beschäftigten von ArcelorMittal von der Früh-, der Tag- und der Spätschicht am Freitag, 24. September 2010, zu einem Warnstreik auf. Anlass sind die bisher ergebnislosen Verhandlungen in der Eisen- und Stahlindustrie.Der Warnstreik findet über Schichtwechsel in den Mittagsstunden statt; um 13.00 Uhr gibt es vor dem
Verwaltungsgebäude eine Kundgebung.
"Wir haben eine gute Beschäftigungslage in der gesamten Branche und bisher haben wir von den Arbeitgebern zu unseren Forderungen nur "Nein, Nein, Nein" gehört. Es gibt kein Angebot und es ist auch keines in Sicht! Wir haben weder Lust noch Zeit, die berechtigten Interessen der Beschäftigten weiter zu vertagen!". So begründete Dieter Reinken, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Bremen, laut einer Presseinformation den Aufruf zum Warnstreik. Die Fortsetzung der Tarifverhandlungen ist für den 29. September in Gelsenkirchen angesetzt.
An anderen Standorten haben die Stahlarbeiter schon am Mittwoch und Donnerstag in Nord- und Westdeutschland erste Warnstreiks durchgeführt. Zuerst in Salzgitter und Dortmund, am Donnerstag auch Duisburg und Bochum.
Die IG Metall fordert für 85.000 Stahlarbeiter in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen sechs Prozent mehr Lohn bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Zudem will die IGM als erste Gewerkschaft die gleiche Bezahlung von Stammbelegschaft und Leiharbeitern in einem Tarifvertrag festschreiben lassen. Auch die Bedinungen für ältere Arbeitnehmer sollen verbessert werden. Die Arbeitgeber legten in den bislang zwei Verhandlungsrunden kein Angebot vor. Am Mittwoch haben außerdem in Berlin die Tarifverhandlungen für die 8.000 Beschäftigten der ostdeutschen Stahlindustrie begonnen.
(sh)