Die Atlas-Geschäftsleitung hatte vor dem Arbeitsgericht in Oldenburg ein Verfahren gegen sechs Streikposten angestrengt. Ihnen wurde Blockade und Hausfriedensbruch vorgeworfen. Sie sollen sich an einer Blockade vor einem Werkstor beteiligt haben. Gestern ist es zu einem Vergleich gekommen. Die sechs haben sich verpflichtet, eines der Werkstore zukünftig nicht mehr zu blockieren. "Was nicht heißt", so die Mitteilung in den Streiknachrichten, "dass andere Metaller ihrem Beispiel unbedingt Folge leisten müssen." Hartmut Tammen-Henke, 1. Bevollmächtigter der IGM Oldenburg: "Auf den Streik hat das keine Auswirkungen." Der Streik selber sei rechtmäßig.
Die IG Metall wiederum hat eine einstweilige Verfügung gegen die Geschäftsleitung beantragt, weil sie die Streikenden mit einer Videokamera filmen lässt. Diese wird am kommenden Mittwoch verhandelt. Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste, erklärte dazu: "Wir sehen darin einen eklatanten Verstoß gegen den Datenschutz und einen unzulässigen Eingriff in das vom Grundgesetz garantierte Streikrecht. Eine Videoüberwachung durch den Arbeitgeber ist rechtswidrig."
Im Delmenhorst musste das Streikzelt umgesetzt werden, weil es teilweise auf Firmengrund stand. Aber kein größeres Problem: in Sekundenschnelle wurde es mit tatkräftiger Hilfe von Kollegen der Meyer-Werft aus Papenburg, die gerade anwesend waren, umgebaut. Jetzt steht es teilweise auf dem Bürgersteig, also öffentlichem Grund der Stadt Delmenhorst, wofür auch wieder eine Genehmigung fällig ist. Aber die Stadt Delmenhorst machte hier keine Schwierigkeiten.
Schlimmer als die juristischen Hakeleien sind Versuche von Filipov, die Betriebsräte einzuschüchtern, sie zu diffamieren und Streikbrecher zu organisieren. In Delmenhorst fuhren am Freitag, 5.11., frühmorgens Streikbrecher mit ihren Autos mit hoher Geschwindigkeit direkt auf den Parkplatz, ohne auf die Streikposten Rücksicht zu nehmen. Diese mussten beiseite springen, bzw. wurden noch von den Außenspiegeln der Autos erfasst. "Die Streikposten, die unsere KollegInnen an den Werkstoren gefährden, vergessen offensichtlich, dass sie bekannt sind und man sich immer öfter im Leben trifft, ganz bestimmt nach Abschluss eines Tarifvertrages und der dann anschließenden Arbeitsaufnahme aller Beteiligten." So der Kommentar dazu im Streikinfo Nr. 5.
Filipov weigert sich nach wie vor, auf das Gesprächsangebot der IGM zur Aufnahme von Tarifverhandlungen einzugehen. Am Sonntag wird über die Fortsetzung des Streiks beraten. Im Gespräch ist, auch das dritte Werk der Atlas Maschinen GmbH in Vechte in den Streik einzubeziehen.
(sh)
Aktuelle Informationen: http://www.atlas-streik.igmetall.de/