
Dank an die Metaller von ArcelorMittal für ihre Solidarität und für ihre Köksöfen samt Brennmaterial, die nun an allen drei Streik-Standorten für Wärme sorgen. "Der Stahl, den ihr herstellt, ist zwar hart, aber euer Herz ist weich und gut!"
Treffpunt ist um 11 Uhr in Delmenhorst der Platz am Stadtwall. Die Atlas-Beschäftigten und die IG Metall fordern auf zu "Solidaritätsstreikschichten". Wer sich beteiligt, hat dadurch die Möglichkeit, hautnah zu erfahren, welche Strapazen die Streikenden im Kampf um ihre Würde auf sich nehmen. Wer mitmachen will: melde sich bitte bei oldenburg@igmetall.de. "Geben sie guter Arbeit in der Region ein Gesicht," so heißt es in dem offenen Brief, "und kommen sie am Samstag zur Kundgebung! Wir freuen uns auf Unterstützung." Der offene Brief hier.
Die 650 Beschäftigten in den drei Atlas-Werken Ganderkesee, Delmenhorst und Vechta streiken jetzt seit 28 Tagen für einen eigentlich selbstverständlichen Tarifvertrag. Der Alleininhaber, Fili Filipov, weigert sich weiterhin, mit der IG Metall auch nur in Verhandlungen einzutreten. Die Metaller mobilisieren jetzt mit großem Erfolg die Öffentlichkeit in den Gewerkschaften, den anderen Metallbetrieben, den Kirchen und Gemeinden, um weiteren Druck aufzubauen. In dem offenen Brief wendet sich Hartmut Tammen-Henke, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Oldenburg, an die Parteien im niedersächsischen Landtag, an die Kirchen, den Arbeitgeberverband und an die Öffentlichkeit:
"Wir wenden uns an Sie, weil wir Unterstützung erbitten und sie auffordern wollen, an unserer Seite zu stehen und gemeinsam mit uns dafür einzutreten, dass die Gesetze Deutschlands eingehalten werden. Wir kämpfen für einen Tarifvertrag - wir kämpfen aber auch für gute und sichere Arbeitsplätze in der Region. Unsere soziale Marktwirtschaft mit Mitbestimmung, demokratischer Teilhabe und auch Streikrecht hat uns zur führenden Wirtschaftsmacht gemacht, Diese Ordnung darf nicht schrittweise durch ein amerikanisches „Hire and Fire“-System ersetzt werden. Wir finden es keineswegs akzeptable, wenn der Eigentümer und Geschäftsführer Fil Filipov den 650 Mitarbeitern durch Aushang bekannt gibt, dass er seine Frau damit beauftragt hat: 'ihn zu erschießen, falls er einen Tarifvertrag unterschreiben wolle.' Auf eine solch unmoralische Art und Weise unsere Kolleginnen und Kollegen unter Druck zu setzten halten wir für nicht hinnehmbar. Wir führen eine Tarifauseinandersetzung und keinen Krieg!"
Die Auseinandersetzungen zwischen den Streikenden und der Geschäftsleitung gehen laufend weiter. Es kommt immer häufiger zu mehr oder minder schweren Hakeleien an den bestreikten Toren und zu laufenden Prozessen vor den Arbeitsgerichten. Hier eine völlig unvollständige Auswahl aus den Aktuellen Streiknachten, wovon inzwischen die Nr. 17 (v. 18.11.10) erschienen ist.
Es wäre begrüßenswert, wenn sich auch aus Bremen viele auf den Weg nach Delmenhorst machen würden, um Solidarität zu zeigen. Die möglichst umfassende Öffentlichkeit ist bei einem Streik von großer Bedeutung! Der Landesvorstand DIE LINKE. Landesverband Bremen unterstützt den „Tag der Solidarität“ in Delmenhorst und ruft die Mitglieder des Landesverbandes auf, sich an dem Tag der Solidarität und an den Solidaritätsstreikschichten zu beteiligen.
(sh)